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29.01.2008

08:23 Uhr

Schluss mit der Häme gegen die McJobs! McDonald’s ist nun neben einem Zentrum der Esskultur auch eine offiziell lizenzierte Bildungsinstitution. Eingeweihte wussten schon lange, dass viele der jungen „Crew Members“ hinter britischen Burgertresen französische (selten deutsche) Abiturienten sind, die hier die erste Stufe glanzvoller Berufskarrieren absolvieren. Nun geht der Weg auch in die andere Richtung: statt mit Abitur zu McDonald’s, mit McDonald’s zum Abitur.

McDonald’s ist eine „nationale Lehrinstitution“, freut sich CEO Steve Easterbrook. Die Firma hat das Recht, Lehrpläne und Ausbildungsgänge zu entwickeln, die bis zur Hochschulreife führen. Vom McDonald’s Filialleiter zum Ernährungswissenschaftler oder Lebensmitteltechnologen ist es in Zukunft nur noch ein kleiner Schritt.

Wir in Deutschland haben uns in den Jahren der hitzigen Debatten um Arbeitsmarktreformen angewöhnt, gegen die Billiglöhne der Burgerbratereien und ihre mangelnden Zukunftschancen der Auszubildenden zu wettern. Nun macht uns McDonald’s vor, wie ein durchlässiges Bildungssystem aussieht, das „snobistische“ Barrieren zwischen betrieblicher Bildung und den zu Höherem berufenen Klassenzimmern niederreißt.

Nachdem Schüler den Zugang an gewisse britische Hochschulen schon mit A-Level-Zertifikaten in Pferdepflege, Kochen und Blumenbinden geschafft haben, wäre es überaus arrogant, einem McDonald’s Filialleiter die Hochschulreife abzustreiten. Aber rätselhaft bleibt doch, warum der britische Premier Gordon Brown den Bildungswettlauf mit den Chinesen und den jährlich 200 000 Ingenieuren, die sie ausbilden, ausgerechnet in einem McDonald’s beginnt. Anständige Klempner für die Briten wären ein besserer Start gewesen.

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