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06.01.2004

08:40 Uhr

Bildungspolitik

Nur bedingt glaubwürdig

VonBarbara Gillmann

Eine Eliteuniversität in Deutschland oder gleich mehrere, der Vorstoß der Herren Müntefering und Scholz ist an Modernität kaum noch zu überbieten. Und sie haben ja so Recht, ein Institut wie Stanford oder Harvard könnte der Bundesrepublik in der Tat nur gut tun. Bei näherem Hinsehen ist der Bund aber gar nicht der entscheidende Player im Spiel um die ersten Plätze in einem weltweiten Ranking.

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Eine Eliteuniversität in Deutschland oder gleich mehrere – und das auch noch nach amerikanischem Vorbild –, der Vorstoß der Herren Franz Müntefering und Olaf Scholz ist an Modernität kaum noch zu überbieten, das ist Innovation pur, wie versprochen. Und sie haben ja so Recht, ein Institut wie Stanford oder Harvard könnte der Bundesrepublik in der Tat nur gut tun. In dieser Liga sind wir nämlich nicht vertreten. Also: Gut gebrüllt, Löwe!

Nun braucht Elite in Forschung und Lehre zweierlei: Geld und Wettbewerb. Bei näherem Hinsehen ist der Bund aber gar nicht der entscheidende Player im Spiel um die ersten Plätze in einem weltweiten Ranking, sondern – man mag es beklagen – es sind nach wie vor die Länder. Allesamt haben die jedoch den Hochschulen die Mittel gekürzt.

Beim Wettbewerb tut sich zwar einiges, allerdings noch lange nicht genug: Erst wenn die Unis Studenten und Professoren selbst auswählen, nach Leistung bezahlen, die neue Bachelor-Master-Struktur flächendeckend umgesetzt haben und nach ihren Ergebnissen in Forschung und Lehre bezuschusst werden – erst dann wird es echten Wettbewerb und Profilbildung geben. Mit mehr Qualität und kürzerer Dauer wird ein Studium auch finanziell attraktiver – noch liegen unsere „Bildungsrenditen“ international weit zurück.

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