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08.01.2008

17:43 Uhr

Wer kennt eine Bank, die schon einmal einen Einbruch am Aktienmarkt prognostiziert hat? Es gibt sie nicht. Fast alle erwarten steigende Kurse, wenige orakeln über stagnierende Märkte, und eine kleine Minderheit sagt leicht fallende Kurse voraus. Das ist schlechte Sitte seit Ewigkeiten.

Doch wie sollen Banken auch einen Crash prognostizieren? Wer sich die Mühe macht und zehn erfahrene Anleger nach ihrer Prognose befragt, wird nie ein Crash-Szenario serviert bekommen. Ein oder zwei Akteure werden eine Talfahrt an die Wand malen, aber nie zehn im Durchschnitt. Nicht anders verhält es sich bei der Prognose einer Bank: Sie ist die Meinung des Instituts und damit des Durchschnitts aller Akteure im Hause.

Wenn die Banken nun ein Stück weit optimistischer urteilen als die breite Masse der Anleger, dann spiegeln sich darin natürlich auch ureigene Geschäftsinteressen wider: Die Institute würden ihre Kunden vergraulen und sich selbst schädigen, wenn sie allzu pessimistische Töne anschlügen. Doch es ist beileibe nicht nur Zweckoptimismus, der Banken inmitten der Immobilienkrise und angesichts wachsender Rezessionsängste steigende Kurse vorhersagen lässt. Erstens ist noch keineswegs ausgemacht, dass die USA und mit ihr auch Europa in eine Rezession schlittern. Wenn nicht, wird die Erleichterung groß sein. Und selbst wenn, dann müssen die Kurse nicht einbrechen. Das lehren vergangene Rezessionen.

Entscheidend war immer, wie viel Geld am Vorabend einer Rezession bereits in und noch außerhalb der Aktienmärkte steckte. Wenn Anleger jetzt sehr viel Geld im Geldmarkt oder in sicheren Staatsanleihen horten, dann sind das nicht die schlechtesten Voraussetzungen für die Aktienmärkte, um möglicherweise stürmische Zeiten der Konjunktur abzuwettern.

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