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17.01.2007

05:56 Uhr

BP

Vom hohen Ross

VonDirk Hinrich Heilmann

Klammheimliche Freude wird dieser Tage in so manchem Ölmanager aufsteigen, vor allem in den USA. Ausgerechnet John Browne, der Lord von BP, der raubeinige Ölmänner der alten Schule mit seinen frühen Warnungen vor dem Klimawandel nervte, ist vom hohen Ross gefallen.

Jahrelang mussten sie zusehen, wie der schmächtige Gentleman sich als Vordenker der Energiebranche profilierte. Nun haben ihn handwerkliche Fehler im eigenen Konzern gestürzt. Ein gestern vorgestellter Bericht des ehemaligen US-Außenministers James Baker attestiert BP gravierende Sicherheitsmängel in den Raffinerien. Eine Kostendisziplin, die weit über das Ziel hinausschoss, ist die Ursache dafür. Die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre werden das Image von BP nachhaltig beschädigen, auch wenn der Konzern im Kampf gegen die Korruption und für den Umweltschutz viel Positives bewirkt hat. Nachhaltiges Wirtschaften fängt an der Basis an, in der alltäglichen Arbeit und im Umgang mit den Beschäftigten. Hier hat sich BP Fahrlässigkeit zu Schulden kommen lassen.

Andere große Ölkonzerne wissen aus eigener Erfahrung, wie lange es dauert, bis ein guter Ruf wiederhergestellt ist. Exxon kennt das von dem folgenschweren Tankerunglück vor Alaska, Shell von der Brent-Spar-Affäre und dem Skandal um viel zu hoch angegebene Öl- und Gasreserven. Auch BP muss nun transparente und glaubwürdige Schritte unternehmen, um seine Anlagen künftig nach höchsten Sicherheitsstandards zu betreiben. Der Konzern muss sicherstellen, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ein Thema für Sonntagsreden ist, sondern in der ganzen Organisation gelebt wird. Und er muss seinen Aktionären gegenüber vertreten, dass eine sichere Energieversorgung ihren Preis hat. Der neue Chef bekommt viel zu tun.

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