Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2008

05:28 Uhr

Die drohende amerikanische Rezession kommt für die Volksrepublik China womöglich wie ein Geschenk des Himmels. Denn nun muss die stark exportlastige Wirtschaft noch schneller ein zweites Standbein entwickeln. Und nolens volens gelingt es der chinesischen Führung nun eventuell, die Konjunktur vor einer Überhitzung zu bewahren. Die bisherigen Bremsmanöver waren dafür jedenfalls nicht ausreichend. Denn sonst hätte das Wachstum nicht 11,4 Prozent im Jahr 2007 erreichen können. Das ist selbst für chinesische Verhältnisse außerordentlich.

China braucht hohes Wachstum aber auch in Zukunft, um neue Jobs zu schaffen und der immer vorhandenen Gefahr sozialer Unruhen zu entgehen. Nur müssen diese Arbeitsplätze weniger in der Exportwirtschaft entstehen als vielmehr durch die Ankurbelung der Binnennachfrage. Die Olympischen Spiele werden dafür sicherlich einen Impuls geben. Aber sie allein werden kaum ausreichen, um das Wachstum ausgeglichener zu gestalten.

Peking hat Erfahrung im Umgang mit externen Krisen. Als die Märkte vor zehn Jahren in Asien einbrachen, pumpte die Regierung genügend Mittel in die Wirtschaft, um das Wachstum stabil zu halten. Die Gefahr einer solchen Politik ist jedoch, dass die Mittel in die falschen Kanäle gelangen und mit Investitionen in unproduktive Industrieanlagen mittelfristig ein kontraproduktiver Effekt entstehen könnte.

Zweifellos muss China Milliarden in die Infrastruktur investieren. Die Anbindung des Hinterlands an den Boom, der Ausbau städtischer Verkehrssysteme und die schnell zunehmende Urbanisierung der Volksrepublik dürften genügend Ansatzpunkte für Wachstum im Inland bieten. Und dadurch bleibt China eine feste Größe bei der Nachfrage nach Rohstoffen, Technik und Energie. Das stabilisiert die globale Wirtschaft in der US-Krise.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×