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15.01.2008

13:32 Uhr

Die gute Nachricht zuerst: Die Citigroup baut nach einem katastrophalen Geschäftsjahr zunächst „nur“ 4 200 Arbeitsplätze ab. Erwartet worden war eine Massenentlassung von 20 000 Mitarbeitern. Wenn das bereits die „good news“ ist, muss es ansonsten ziemlich düster aussehen. Und so ist es auch. Mit fast zehn Mrd. Dollar weist die größte amerikanische Bank den größten Verlust ihrer 196-jährigen Geschichte aus.

Die Dividende, die vor Wochen als „sicher“ bezeichnet wurde, wird um 40 Prozent gekürzt. Verantwortlich für dieses Desaster sind vor allem zwei Faktoren: Abschreibungen von 18 Mrd. Dollar auf riskante Kreditderivate im Hypothekengeschäft und höhere Kreditkosten von vier Mrd. Dollar für Zahlungsausfälle von wirtschaftlich gebeutelten Konsumenten.

Diese enormen Verluste bringen selbst einen Bankenkoloss wie die Citigroup zum Wanken. Deshalb muss die Bank mit Hilfe ausländischer Investoren ihre bröckelnde Kapitalbasis stärken. Dass sie dabei auch die Hilfe von staatlichen In-vestmentfonds aus Singapur und Kuwait angewiesen ist, ist nur eine von vielen Peinlichkeiten für die stark angeschlagenen Finanzhäuser an der Wall Street. Auch Merrill Lynch hat erneut die Staatskasse einer ausländischen Regierung angezapft – diesmal in Kuwait.

Die Hoffnung ist, dass Citi damit alle schlechten Nachrichten auf den Tisch gelegt hat. Wetten sollte man darauf jedoch nicht. Konzernchef Vikram Pandit ist erst ein paar Monate im Amt. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass er bereits alle Maßnahmen eingeleitet hat, um die Bank wieder auf Vordermann zu bringen. Für die weltweit 300.00 Beschäftigten bedeutet das: das dicke Ende beim Stellenabbau könnte noch kommen.

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