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09.01.2008

15:04 Uhr

Was waren das für Zeiten, in denen es in der CSU drunter und drüber ging, die Bundestagsabgeordneten bei ihrer Klausurtagung im bayerischen Wildbad Kreuth nicht vor parteiinternen Schlachten zurückschreckten und ein Ministerpräsident Edmund Stoiber hemmungslos polarisierte. Alles Vergangenheit: Auf der Suche nach neuer Harmonie glänzt die CSU vor allem durch Langeweile.

Unerträglich oft betonte die Führungsriege der CSU in den vergangenen Tagen, wie geschmiert die Arbeit laufe, wie wenig man Stoiber vermisse und wie schön man bei inhaltlichen Themen übereinstimme. Parteichef Huber sah sich sogar bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass er mit Ministerpräsident Günther Beckstein nicht zu 100, sondern zu 110 Prozent übereinstimme.

Wer so darauf bedacht ist, nach außen ein Bild völliger Harmonie abzugeben, hat es in der Regel nötig. Und tatsächlich fällt es der neuen Doppelspitze Huber und Beckstein schwer, aus dem Schatten Stoibers zu treten und zur reibungslosen, wirkungsvollen Teamarbeit zu finden. Von einem eigenständigen Profil sind die beiden noch weit entfernt.

Darunter leidet nicht nur der Unterhaltungswert der Klausurtagung, sondern vor allem die Fähigkeit der Christsozialen, unter den veränderten Umständen ihren bundespolitischen Machtanspruch in Berlin durchzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich bei kaum einem zentralen Thema noch von der Schwesterpartei CDU unterscheidet. Für die Mobilisierung einer bürgerlichen Mehrheit bei der nächsten Bundestagswahl reicht es deshalb nicht, dass die CSU-Spitze von den Liberalen verlangt, ihre Hausaufgaben zu machen. Für die CSU gibt es in den nächsten Monaten selbst noch jede Menge zu tun.

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