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04.01.2007

05:12 Uhr

CSU

Stoiber wird bleiben

VonMaximilian Steinbeis

Da sieht man mal, wird sich jetzt mancher denken: Die Mehrheit aller Bayern, 60 Prozent, ist dagegen, dass Ministerpräsident Edmund Stoiber als Spitzenkandidat der CSU 2008 erneut zur Wahl antritt.

Das besagt die jüngste Wählerumfrage. Und nach der weihnachtlichen Affäre um die „schöne Landrätin“ Gabriele Pauli, der nach ihrem Medienfeldzug gegen Stoiber mittlerweile der größte Teil der CSU die Pest an den Hals wünscht, kommt ein solches Ergebnis auch alles andere als überraschend. Stoiber ist also unbeliebt in Bayern. Aber was heißt das schon? Der viel wichtigere Befund der Umfrage ist ein anderer: Trotz alledem würden nach wie vor 54 Prozent CSU wählen. Diese Zahl ist für die Partei alles entscheidend. Von der absoluten Mehrheit in Bayern hängt ihr besonderes Gewicht im Bund ab – und ihre Fähigkeit, dasselbe zum Wohle der Bayern einzusetzen. Was wiederum der Grund ist, warum so viele von ihnen CSU wählen. Die absolute Mehrheit perpetuiert sich selbst. Und deshalb ist ihre Absicherung oberstes Gesetz allen christsozialen Tuns und Unterlassens.

Was die Frage der Spitzenkandidatur betrifft, so folgt daraus eher ein Unterlassen denn ein Tun. Mit Stoiber 54 Prozent ist allemal attraktiver als mit einem ungewissen Nachfolger nach den unvermeidlichen Diadochenkämpfen den Gang ins Ungewisse zu wagen. Natürlich: Bei der letzten Wahl 2004 gab es einen Stoiber-Bonus für die CSU. Die Zeiten sind vorbei. Die Bayern haben dem Partei- und Regierungschef seinen schmählichen Rückzug vom Berliner Koalitionsschlachtfeld hinter die vermeintlich sicheren Mauern der Münchener Staatskanzlei nie verziehen. Und das werden sie auch weiterhin nicht. Aber man darf nicht vergessen: Zur Wahl steht die CSU, nicht Stoiber. Und die fährt mit ihm immer noch besser als ohne ihn.

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