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16.01.2007

05:21 Uhr

Der ökonomische Gastkommentar

Die Kreativität des Schwarms

VonKai Fischbach und Detlef Schoder (Seminar für Wirtschaftsinformatik der Uni Köln)

Der Erfolg von Wikipedia, Youtube oder Slashdot hat ein neues Ökosystem der Kreativität geschaffen, das Implikationen für Produktion und Innovation in den Bereichen Industrie und Dienstleistung im 21. Jahrhundert haben wird.

Charakteristisch für die genannten Beispiele und zahlreiche verwandte Projekte ist, dass Menschen mit Hilfe des Internets dezentrale und zum Teil selbst organisierte Netzwerke bilden und ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst einer Gemeinschaft stellen. Diese Produkte bedrohen zum Teil die Geschäftstätigkeit traditioneller Firmen. So tritt die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia mit kostenpflichtigen Nachschlagewerken wie der Encyclopædia Britannica in Konkurrenz. Auf der Slashdot-Website tragen etwa eine viertel Million Autoren tagesaktuell und kostenlos Nachrichten und Kommentare rund um Themen aus dem Bereich High Tech bei. Im Open-Source-Bereich entstehen zudem Softwareanwendungen, deren Qualität und Funktionalität den Produkten der großen Softwarehäuser das Wasser reichen können.

Dass diese Phänomene nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine willkommene Ergänzung bestehender Geschäftsmodelle sein können, zeigen erste Bestrebungen von Firmen, die zunehmend die Kreativität eines neuen Typs von Freiberuflern als leistungsstarken Produktionsfaktor erkennen: So schreiben u. a. Boeing, Novartis, Dupont und Procter & Gamble auf derWebsite von Innocentive öffentlich wissenschaftliche Probleme aus den Bereichen Biologie und Chemie aus, die sie firmenintern nicht lösen können. Die Lösung eines Problems prämieren die Auftraggeber mit Beträgen zwischen 10 000 und 100 000 Dollar. Und sie können mittlerweile auf mehr als 90

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