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18.01.2007

05:34 Uhr

EADS

Auf Übel folgt Übel

VonMarkus Fasse

Der Flugzeughersteller Airbus fliegt tief in die roten Zahlen, der Muttergesellschaft EADS drohen Verluste. Statt Milliardengewinne einzustreichen, fürchtet Daimler-Chrysler nun neue Belastungen aus seiner EADS-Beteiligung. So mancher Daimler-Manager wäre die verbliebenen 22,5 Prozent lieber heute als morgen los.

Daimler-Chrysler ist an einen Aktionärspakt mit dem französischen Staat und dem Industriekonzern Lagardère gebunden. Maximal 7,5 Prozent darf Daimler verkaufen. Und auch nicht an jeden. Dubai, Russland und wohl auch Spanien würden gerne zuschlagen, doch sie alle beißen auf Granit. Frankreich als EADS-Anteilseigner und auch die Bundesregierung dulden keine fremden Mitglieder im Aktionärskreis. So formiert sich auf Druck der Bundesregierung in der deutschen Finanzszene ein illustrer Klub. Neben der Deutschen Bank gehört wohl die Commerzbank dazu, auch Goldman Sachs soll sich national engagieren. Dazu gesellen sich die klammen Stadtstaaten Bremen und Hamburg, auch das Land Niedersachsen steigt ein.

Die Interessen der Kredithäuser sind nebulös, haben doch die Analysten der Deutschen Bank in der vergangenen Woche eine Verkaufsempfehlung für EADS-Aktien formuliert. Die Absicht der Bundesländer dagegen ist eindeutig. Sie wollen ihre Interessen in der anstehenden Airbus-Sanierung geltend machen. Das wird die Arbeit für die EADS-Manager nicht einfacher gestalten. Denn das Grundübel der EADS verschärft sich. Die industriellen Anteilseigner wollen Geld verdienen, die politischen Aktionäre Arbeitsplätze sichern und Einfluss ausüben. Dass neben französischen demnächst auch deutsche Politiker mitbestimmen wollen, macht die Sache bestimmt nicht besser.

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