Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2008

06:40 Uhr

Für Airbus beginnt das Jahr 2008, wie das alte geendet hat: mit einem Großauftrag. Für knapp fünf Milliarden Euro bestellte gestern eine irische Leasingfirma neue Passagierjets. Der Boom in der Luftfahrtbranche, so scheint es, nimmt kein Ende. Der Flugzeughersteller hat Aufträge für rund 250 Milliarden Euro in den Büchern, das ist das wohl dickste Auftragsbuch der Welt. Airbus verkauft jetzt seine Zulieferwerke, um sich auf die Montage und Entwicklung konzentrieren zu können.

Doch EADS-Chef Louis Gallois geht das nicht weit genug. Er will die Abhängigkeit des deutsch-französischen Gemeinschaftskonzerns von Airbus langfristig verringern. Mehr als zwei Drittel der Konzernerlöse liefert die Flugzeugtochter, in guten Zeiten auch drei Viertel der Gewinne. Die sind aber vorbei: Nach den Lieferpannen beim Riesenairbus A380 und bei der A400 M drohen die Milliardenverluste bei Airbus die EADS in die roten Zahlen zu reißen.

„Vision 2020“ heißt daher das Fernziel, das Gallois seinen Investoren jetzt verkaufen will. Vor allem das Rüstungsgeschäft soll kräftig ausgebaut werden und das zyklische Airbus-Geschäft in Zukunft besser ausbalancieren. Vorbild ist auch hier der große Rivale Boeing, der die Hälfte seiner Erlöse aus dem Rüstungsgeschäft zieht.

Doch während die USA kräftig in neues Kriegsgerät investieren, bleiben die europäischen Verteidigungsbudgets auch in den kommenden Jahren mager. Die Pannen um den A400M vergällen den europäischen Regierungen die Lust auf neue Großprojekte. Briten und Italiener erwägen sogar, ihre Eurofighter-Bestellungen zu kürzen. Nur mit der Übernahme eines amerikanischen Rüstungskonzerns käme EADS daher weiter. Dafür fehlt aber das Geld. So bleibt die „Vision 2020“ ein frommer Wunsch. Die Zukunft der EADS entscheidet sich in der Gegenwart. Und die heißt mehr denn je Airbus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×