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15.10.2014

13:29 Uhr

EEG-Ökostromumlage

Beobachten Sie jetzt genau Ihren Stromanbieter!

VonDana Heide

Die Ökostromumlage sinkt im nächsten Jahr. Auch wenn es sich nur um einen Mini-Betrag handelt, sollte Ihr Stromanbieter den an Sie weitergeben. Wenn nicht, wechseln Sie. Er tut ihnen nichts Gutes.

Das Anzeigefeld eines Drehstromzählers: In den vergangenen Jahren sind die Strompreise stets gestiegen. dpa

Das Anzeigefeld eines Drehstromzählers: In den vergangenen Jahren sind die Strompreise stets gestiegen.

Ja, die Ökostromumlage sinkt nur ganz leicht. Ja, die Einsparung ist nicht groß, gerade mal 0,07 Cent pro Kilowattstunde. Aber: Es sollte Ihr Recht als Verbraucher sein, dass jede noch so kleine Ersparnis von den Unternehmen auch an Sie weitergegeben wird. Denn viele Stromversorger haben auch in der Vergangenheit alle Erhöhungen bei der EEG-Umlage an Sie weitergereicht.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Wer Preiserhöhungen mit der gestiegenen Ökostrom-Subvention rechtfertigt, der sollte konsequenterweise auch den umgekehrten Weg gehen – sei die Ersparnis noch so klein. Überhaupt: Beobachten Sie ihren Stromanbieter! Wechseln Sie, wenn er teurer ist als andere. Nutzen Sie den Wettbewerb, denn Anbieter gibt es wahrlich genug.

Bereits seit langem kritisieren Verbraucherschützer, dass die Energieversorger oftmals die sehr stark gesunkenen Börsenstrompreise nicht an die Verbraucher weiterreichen. Natürlich kaufen die Versorger ihren Strom nicht nur an der Strombörse, sondern sind zum Teil auch an langfristige Verträge gebunden. Zudem haben gerade die großen Versorger auch große Probleme: Die Gewinne brechen weg, gleichzeitig drücken hohe Schulden.

Als Verbraucher gutmütig die Finanzen der Versorger zu sanieren oder für ihre nicht aufgegangene Langfrist-Planung zu büßen, sollte man sich jedoch nicht gefallen lassen.

Oft sind wir Verbraucher schlicht zu faul, um zu wechseln. Dabei ist es ganz einfach, die meiste Arbeit macht der dankbare neue Anbieter, und per Gesetz ist geregelt, dass auf keinen Fall eine Versorgungslücke beim Stromkunden entsteht. Kleine Hoffnung gibt es ja bereits: Die Wechselbereitschaft ist laut Umfragen gestiegen.

Ich jedenfalls werde nun genau meinen Stromversorger beobachten. Wenn er im nächsten Jahr seine Preise nicht wenigstens ein kleines bisschen senkt, bin ich weg. Was wäre das für ein Signal, wenn das alle Verbraucher täten!

So vergleichen Sie richtig

Tipps der Verbraucherzentrale

Vergleichsrechner im Internet sind eine sinnvolle Hilfe bei der Suche nach einem günstigen Stromtarif. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie Verbraucher die Rechner richtig nutzen.

Mehrere Preisrechner nutzen

Im Internet finden sich zwar etliche Vergleichsrechner, viele davon greifen aber auf dieselben Preis-Datenbanken zurück. Die größte Transparenz verschafft sich, wer parallel bei verschiedenen Anbietern sucht wie zum Beispiel Verivox, Check 24, Toptarif oder Mut-zum-Wechseln.

Voreinstellungen bewusst wählen

In vielen Eingabemasken sind bestimmte Suchkriterien voreingestellt. Wer mehrere Rechner nutzt, sollte immer dieselben Einstellungen wählen. Die Verbraucherzentrale rät, Angebote mit Vorkasse oder Kaution von der Suche auszuschließen. Auch Boni sollte man zunächst ausblenden, um den Preisvergleich nicht zu verzerren.

Hervorgehobene Angebote hinterfragen

Zurzeit finden sich bei manchen Vergleichsrechnern hervorgehobene Angebote ganz oben in der Ergebnisliste, beim Preisrechner Verivox etwa heißen sie „Tipp“, gleichzeitig sind sie als „Anzeige“ ausgewiesen. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass bezahlte Anzeigen in Preisrechnern oft nicht deutlich genug markiert sind. Für Verbraucher ist in vielen Fällen nicht erkennbar, aus welchem Grund manche Angebote besonders empfohlen werden.

Nicht nur auf den Preis schauen

Wer bei der Suche den billigsten Anbieter wählt, kann später Probleme bekommen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich Beschwerden über Stromanbieter, die sich oder ihre Markentöchter mit besonders preiswerten Angeboten an die Spitze der Preisvergleiche schieben. Vor dem Zuschlag sollte jeder im Internet recherchieren, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Anbieter haben.

Vor Vertragsschluss recherchieren

Zur Suche gehört auch: Nicht sofort über den Preisrechner einen neuen Vertrag abschließen. Die Rechner übernehmen nämlich keine Gewähr für Konditionen. Verbraucher sollten sich erst auf den Internetseiten des jeweiligen Stromanbieters informieren, ob der ausgewählte Tarif noch aktuell ist. Auch ein Vertragsabschluss ist natürlich mit dem Stromanbieter direkt möglich, statt über einen Stromvergleichsrechner.

Sich höchstens für ein Jahr binden

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit dem neuen Anbieter einen Vertrag von nicht länger als einem Jahr Laufzeit zu vereinbaren. Die Kündigungsfrist sollte höchstens einen Monat betragen. Denn auch vermeintliche Preisgarantien werden im Kleingedruckten manchmal eingeschränkt, so dass die Preise weiter steigen können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich die Chance lassen, auf neue Marktentwicklungen schnell zu reagieren.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.10.2014, 13:43 Uhr

Bei einen Betrag von 0,07ct von Preissenkung zu sprechen ist schon eine bodenlose Frechheit und ein politisches Kasperltheater um diese asoziale und perfide Energiewende mit dem Zwangsabgabengesetz EEG weiter betreiben zu können!
Schafft endlich das EEG ab und dann kann man mal so langsam von Strompreissenkung sprechen und schreiben. Energiewende/EEG = Mangel und Armut!

Herr Hans Maiser

15.10.2014, 15:27 Uhr

Hallo Frau Heide.

Ihr Artikel ist eine Satire oder?
Dieser Rückgang wird bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 3500 Kilowattstunden aber nur 2,45 Euro weniger im Jahr ausmachen. Ist die 2 Nachkommastelle bei Centbeträgen überhaut aufgeführt?
Diese 2,45€ im Jahr werden irgendwo in der normalen Schwankung des Jaherstromverbrauchs untergehen, oder Verbrauchen Sie jedes Jahr imer genau das Selbe?
Also Satire oder?

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