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05.03.2004

20:00 Uhr

Emission dürfte es schwer haben

Kommentar: Peinlicher Börsengang von X-Fab

VonChristian Schnell

Eiszapfen statt Eisbrecher“ lautet das Urteil von Analysten und Fondsmanagern, nachdem ihnen seit gestern mit einem Tag Verspätung der Emissionsprospekt des Erfurter Halbleiter-Unternehmens X-Fab vorliegt. X-Fab alleine die Schuld an dem Scherbenhaufen zu geben ist zu einfach.

Eiszapfen statt Eisbrecher“ lautet das Urteil von Analysten und Fondsmanagern, nachdem ihnen seit gestern mit einem Tag Verspätung der Emissionsprospekt des Erfurter Halbleiter-Unternehmens X-Fab vorliegt. Schließlich rechneten sie damit, dass nach rund zwei Jahren Pause endlich wieder ein bedeutender Name mit solidem Geschäft und vor allen Dingen schwarzen Zahlen den Markt für Aktienneuemissionen neu belebt. Stattdessen präsentiert sich ihnen ein bis dato unbekanntes Unternehmen, das keine dieser Bedingungen erfüllt und über das von Tag zu Tag mehr Ungereimtheiten an die Öffentlichkeit gelangen. Der Aufschrei ist entsprechend groß.

X-Fab alleine die Schuld an dem Scherbenhaufen zu geben ist zu einfach. Das Unternehmen konnte dem Reiz der aktuellen Marktlage offenbar nicht widerstehen: Für Firmen aus so anfälligen Branchen wie der Halbleiter-Industrie eröffnet sich nicht allzu oft die Möglichkeit zum Börsengang. Schon im kommenden Jahr könnte der Aufschwung wieder zu Ende sein.

Kritik müssen sich auch die beteiligten Banken, allen voran der Konsortialführer ING Investment Banking, gefallen lassen. Normalerweise ist es deren Aufgabe, das Management eines Börsenkandidaten, das mit dem Thema Aktienemission gewöhnlich völlig überfordert ist, genauestens auf alle Eventualitäten einzustellen.

Stattdessen mussten die Verantwortlichen von ING, als bei der öffentlichen Präsentation der Verkaufsprospekt fehlte, von einem Journalisten darauf hingewiesen werden, dass der Prospekt laut Gesetz einen Werktag vor Beginn der Zeichnungsfrist veröffentlicht werden muss. Dieser peinliche Lapsus kann zwar nicht die Aufbruchstimmung am Markt für Aktienemissionen stoppen. Die X-Fab-Emission dürfte es aber schwer haben.

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