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06.01.2008

17:36 Uhr

Ein echter Familienunternehmer zu sein ist immer noch etwas Besonderes: Die Familie steht zum Unternehmen und bringt notfalls auch Opfer. Auch versucht sie häufig, bestimmte Werte zu leben. So entsteht eine besondere Bindung an die Mitarbeiter – und im Gegenzug eine starke Loyalität der Belegschaft gegenüber den Eigentümern.

In einem solchen Verhältnis ist oft wenig Platz für Dritte: Sie verfolgen häufig kurzfristige Interessen und haben dementsprechend ein eher instrumentelles Verhältnis zum Unternehmen und seinen Mitarbeitern. Der verbreitete Begriff „Fremdmanager“ für nicht zur Familie gehörende Führungskräfte an der Spitze ist ein Indiz für ein angespanntes Verhältnis zu den Eigentümern. Zudem sehen Unternehmer, die ihren Betrieb in eigener Verantwortung führen, die finanziellen Wohltaten, die sich manche der „angestellten Unternehmer“ in Dax-Konzernen selber gönnen, mit Stirnrunzeln.

Was für die Führungskräfte gilt, die sich die Familie immerhin selbst aussucht, gilt umso mehr für Anteilseigner. Hier hat die Familie häufig nur wenig Auswahl, wenn sie Kapital benötigt. Umso schneller werden die Geldgeber zum Fremdkörper und rufen Abstoßungsreaktionen hervor.

So ist es kein Zufall, dass sich in den vielen deutschen Familienunternehmen der Trend zeigt, die fremden Anteilseigner wieder loszuwerden. Die gut laufende Konjunktur hilft sicher dabei, die Mittel hierfür aufzubringen. Bei Bertelsmann, der Messer-Gruppe, SMS und jetzt kürzlich Otto konnten die herrschenden Familien die ausstehenden Anteile zurückkaufen.

Jetzt sind sie wieder allein zu Haus und können ihre Vorstellungen von Unternehmensführung unverwässert umsetzen. Und das sollte ihre Chancen auf Erfolg noch verbessern.

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