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16.12.2011

15:19 Uhr

Finn Mayer-Kuckuk

Ist China Rettungsanker oder Bedrohung?

Finn Mayer-Kuckuk ist seit 2006 ist er für das Handelsblatt in Fernost. Beim Leserabend im Düsseldorfer Ständehaus ging er der Frage nach, ob China für uns Deutsche „Angstgegner oder Rettungsanker“ ist.

Finn Mayer-Kuckuk, Korrespondent in Peking Pablo Castagnola

Finn Mayer-Kuckuk, Korrespondent in Peking

Neulich war ich auf einer Veranstaltung mit deutschen und chinesischen Wirtschaftsvertretern und Diplomaten. Sie fand im Volksinstitut für Außenpolitik statt, nicht weit von der Verbotenen Stadt und angeschlossen an Zhongnanhai, den sagenumwobenen, parkartigen Komplex des Hauptquartiers der Kommunistischen Partei.

In meiner Nähe saß ein chinesischer Beamter. Er hörte sich die Ansichten der deutschen Delegation eine Weile lang an, dann schüttelte er für sich so ein bisschen den Kopf. Während noch die großen Reden weitergingen, lehnte der Beamte sich zu mir hinüber und flüsterte: „Ihr Europäer seid doch komisch. Ihr verlangt, dass wir den Euro durch Milliardeninvestitionen retten, aber ihr fürchtet zugleich nichts mehr als einen Ausverkauf an China. Was wollt Ihr denn nun?“

Oliver Bilger: Der unendliche Putin

Oliver Bilger

Der unendliche Putin

Oliver Bilger kann es kaum erwarten, ab Januar für uns aus Moskau zu berichten. Vor allem weil erstmals seit langem Bewegung in den festgefahrenen Politikbetrieb kommt. Beim Korrespondententreffen porträtierte er Wladimir Putin.

Tatsächlich sind die Chinesen irritiert. Was sie an Signalen aus dem Westen empfangen, widerspricht sich für sie. Einerseits bittet Europa sie demütig, dem Euro-Rettungsfonds mit Milliardeninvestments einen Hebel zu verleihen. Zugleich scheinen die Europäer und Amerikaner Angst vor zunehmenden Einfluss China auf ihre Wirtschaft zu haben.

Wir hier in Europa wissen, dass beides zugleich stimmen kann. Es ist ja gerade Chinas neue Finanzkraft, und das Auftreten eines Wirtschaftsraums von der Größenordnung Europas als geschlossener Nation, das Erwartungen weckt und Sorgen schürt. China gleicht für uns einem starken Kerl, der plötzlich auf der Weltbühne aufgetaucht ist: Er kann kräftig anpacken und man kann ihn zur Hilfe rufen, doch wenn ihm danach ist, kann er auch vorbeikommen und einen verprügeln.

Müssen die etablierten Industrieländer den Aufstieg Chinas tatsächlich fürchten? Es kommt darauf an.

Katharina Kort: Italien ohne Berlusconi

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Katharina Kort lebt und arbeitet im neuen Zentrum der Euro-Krise. Sie berichtet über den neuen Politik-Stil in Italien. Statt der Spaß-Regierung mit ehemaligen Showgirls regieren nun nüchterne Fachleute.

Wenn wir uns weiterhin in dem Gefühl sonnen wollen, der Mittelpunkt der Welt zu sein und die einzige Zivilisation zu haben, die wirtschaftliche Stärke hervorbringt – dann ja. Wenn wir aber die Realität anerkennen, dass inzwischen auch andere Länder etwas auf die Reihe bringen, dann nicht.

Ganz aktuell, im Jahr 2011, können wir heilfroh sein, dass ein unabhängige Volkswirtschaft die Lage auf unserem Planeten etwas stabilisiert.

Gerd Höhler: „Mein Griechenland“

Gerd Höhler

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Gerd Höhler lebt seit 32 Jahren in Athen. Er liebt Griechenland – trotz Schuldenkrise. Im Düsseldorfer Ständehaus berichtete er über sein Land. Seine Botschaft: Auf Griechenland kommt eine Lawine des Elends zu.

Ist China eine militärische Bedrohung? Nein, China verhält sich nicht aggressiv. Das Land ist groß und kompliziert genug und hat keinen Anspruch auf gewaltsame Herrschaft über die bestehenden, bereits umstrittenen Gebiete hinaus. Es will zu Wohlstand gelangen und mit uns Handel treiben. Das ist eine Situation, von der alle nur gewinnen können.

Kommentare (1)

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B.Hoppe

16.12.2011, 21:07 Uhr

Mit grossem Interesse gelesen ! *****

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