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31.01.2007

05:22 Uhr

Gasmarkt

Auf Kundenfang

VonJürgen Flauger

Eon macht aus der Not eine Tugend und geht in der Debatte über den schleppenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt in die Offensive: Deutschlands größter Versorger nimmt die von Bundesnetzagentur und Kartellamt erzwungene Marktöffnung aggressiv an und will selbst bei der Konkurrenz wildern.

Eine neue Vertriebsgesellschaft soll erstmals bundesweit um private Gaskunden werben. Dass die Initiative vor allem die erhitzten Gemüter in Öffentlichkeit und Politik beruhigen soll, ist zwar offensichtlich. Der Konzern, der wie die gesamte Branche wegen der hohen Strom- und Gaspreise schon lange massiv in der Kritik steht, versucht mit dem Vorstoß, ein wenig aus der Schusslinie zu kommen.

Auch die Verbraucher sollten keine allzu großen Hoffnungen auf eine schnelle Belebung des Wettbewerbs und vor allem rasch sinkende Preise hegen. Noch immer gibt es auf dem Gasmarkt jede Menge Hemmnisse, vor allem bei der Nutzung der Netze, die den Wechsel des Anbieters schwierig gestalten und die auch Eons Vertriebsgesellschaft große Probleme bereiten dürften. Dennoch kann von dem Vorstoß eine Signalwirkung ausgehen. Wenn der Marktführer versucht, auf dem schwierigen deutschen Gasmarkt auf Kundenfang zu gehen, schreckt das die Konkurrenten auf. Andere Unternehmen, die etablierten Versorger und neue Wettbewerber dürften folgen. Erste mutige Anbieter, etwa die niederländische Nuon, haben sich bereits vorgewagt. Die Bereitschaft bei den Verbrauchern, den Anbieter zu wechseln, ist jedenfalls gestiegen. Und sie steigt mit jeder Preiserhöhung weiter. Bundesweite Angebote werden die Transparenz erhöhen und vor allem die teuren Versorger noch stärker unter Druck setzen.

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