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10.04.2014

12:36 Uhr

Gastbeitrag zu Griechenland

„Eine Wette auf die europäische Politik"

Investoren reißen sich um Griechenlandbonds – allerdings nicht, weil es der Wirtschaft des Landes plötzlich so gut ginge. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, über die wahren Verkaufsargumente der Anleihen.

Ulrich Kater ist Chefvolkswirt der Deka Bank. Bert Bostelmann/bildfolio für Handelsblatt

Ulrich Kater ist Chefvolkswirt der Deka Bank.

Griechenland ist zurück am Finanzmarkt. Genau genommen war es niemals ganz weg, denn fast während der gesamten Krise hat das Land weiterhin Geldmarktinstrumente emittiert. Jetzt ist jedoch die Zeit gekommen, auch längerfristige Kapitalmarktpapiere zu emittieren, beginnend mit fünfjährigen Anleihen. Damit ist Griechenland eine Rückkehr an die Märkte in Rekordzeit gelungen: nur 2 Jahre nach einem Schuldenschnitt begibt das Land wieder Anleihen.

Damit wird der Bedarf an Neuverschuldung, den das Land insgesamt immer noch hat, sowie der Bedarf an Prolongation der bestehenden Anleihen nicht mehr hauptsächlich durch Kredite des Europäischen Stabilisierungsmechanismus ESM und damit die Euroland-Gemeinschaft befriedigt, sondern auch wieder durch Marktteilnehmer, denen eine Verzinsung von knapp fünf Prozent ausreichend erscheint für die Risiken der Nicht-Bedienung in den kommenden Jahren bis 2019.

Die starke Nachfrage institutioneller Investoren nach der neuen griechischen Anleihe wird jedoch auch stark von technischen Argumenten beeinflusst. Dazu zählt vor allem die Struktur der griechischen Staatsschulden, die sich aus sehr langfristigen Krediten und Anleihen zusammensetzt. Aus der Sicht einiger Investoren, die sich in Südeuropa engagieren wollen, macht dies eine fünfjährige griechische Anleihe attraktiv etwa im Vergleich zu Emissionen Portugals, das von 2015 bis 2023 Anleihen von etwa 50 Milliarden Euro refinanzieren muss.  

Aus griechischer Sicht ist das trotzdem ein Erfolg. Nicht umsonst erhofft sich die Regierung hiervon innenpolitischen Rückenwind für den vom griechischen Standpunkt (zu) harten Sanierungskurs, dessen politische Unterstützung im Parlament zuletzt deutlich erodiert ist.

Erfolge gibt es auch zu verzeichnen, allerdings erst recht oberflächliche oder allenfalls Anfangserfolge auf einem langen Weg. Griechenland hat im Rekordtempo von weniger als zwei Jahren ein Staatsdefizit von 12 Prozent in Relation zum eigenen Bruttoinlandsprodukt auf einen Fehlbetrag von etwa zwei Prozent zurückgefahren.

Ohne die Zinszahlungen auf die aufgelaufenen Schulden verzeichnet der Staatshaushalt einen Überschuss. Das Land hat in dieser Zeit eine schwere Rezession erlebt, die das Bruttoinlandsprodukt real wieder auf den Stand bei Eintritt in die Währungsunion gebracht hat.

Kommentare (8)

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10.04.2014, 13:47 Uhr

Ich würde eher sagen: "Eine Wette auf den deutschen Steuerzahler". Griechenland ist keinen Groschen wert und die Anleihen sind von anderen Deppen abgesichert. Also Investoren zugreifen.

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10.04.2014, 13:51 Uhr

Letzlich sind die griechischen Anleihen eine Wette auf die Gutgläubigkeit der deutschen Wähler und Steuerzahler.
Solange Herr Draghi von der EZB beliebig Regeln und Gesetze brechen darf und die deutschen Steuerzahler indirekt über ESM usw. für die griechischen Schulden bürgen, ist das bestimmt ein gutes Geschäft.
Sollte die Mehrheit der Deutschen sich eines Tages allerdings entschließen, all dem nicht mehr tatenlos zuzusehen und z.B. eurokritische Parteien wählen, ist das Spiel zu Ende.

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10.04.2014, 13:56 Uhr

Die Schuldenapiere Athens sind das sicherste was es i.M. gibt, völlig Ausfall sicher, da von BadBank EZB und vor allem dem deutschen Steuerzahler garantiert.

Demnächst bekommt Athen auch wieder die Note AAA, da alles wieder gut und sicher ist.

Tief fliegen die Nebelkerzen der EUDSSR.

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