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26.07.2012

10:20 Uhr

Gastkommentar

Das Beispiel Japans sollte man meiden

VonRaghuram Rajan

Deutschland prescht ökonomisch nach vorne, während die südliche Peripherie ins Stocken gerät. In den USA fällt die Nachfrage. Finanzexperte Raghuram Rajan plädiert auch deshalb für eine unterschiedliche Konjunkturpolitik.

Die Einführung des Euros war augenscheinlich ein Segen. dpa

Die Einführung des Euros war augenscheinlich ein Segen.

Zwei Fakten sind in der jüngsten Rezession besonders augenfällig. Erstens ist die Gesamtnachfrage nach Waren und Dienstleistungen in Europa und den Vereinigten Staaten viel schwächer, als sie es in den guten Jahren vor der Rezession war. Zweitens sind in den USA die meisten wirtschaftlichen Zuwächse der letzten Jahre an die Reichen geflossen. Obwohl die Bedenken über inländische Einkommensunterschiede in Europa gedämpfter sind, werden sie durch die Angst vor einer Ungleichheit zwischen den Ländern verstärkt, zumal Deutschland nach vorne prescht, während die südliche Peripherie ins Stocken gerät.

Überzeugende Erklärungen der Krise weisen auf Zusammenhänge zwischen der lauen Nachfrage und den steigenden Einkommensunterschieden hin. Jetzt, wo in den USA die Hauspreise eingebrochen sind und überschuldete Haushalte keinen Kredit mehr bekommen, ist die Nachfrage stark gefallen. Der Schlüssel zum Aufschwung besteht demnach darin, die Reichen zu besteuern, die Transferleistungen zu erhöhen und die Einkommen der Arbeitnehmer anzuheben, indem die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften verbessert und die Mindestlöhne erhöht werden.

Die Betonung der arbeitnehmerfeindlichen und reichenfreundlichen Politik als Hauptursache für die Rezession passt weniger gut zu den Ereignissen in Europa. Länder wie Deutschland, die das Arbeitsrecht reformierten und die Löhne kaum anhoben, sind besser in Form als Länder wie Frankreich und Spanien, in denen Arbeitnehmer stärker geschützt waren.

Deshalb sollte man einmal über eine alternative Erklärung nachdenken: Angefangen in den frühen 1970er-Jahren, fiel es den Industrieländern immer schwerer zu wachsen. Länder wie die USA und Großbritannien reagierten schließlich darauf, indem sie ihre Volkswirtschaften deregulierten. Der erhöhte Wettbewerb und die Einführung neuer Technologien steigerte Nachfrage und Einkommen für hochqualifizierte, talentierte und gebildete Arbeitskräfte für Tätigkeiten, die nicht mechanisch ausgeführt werden können wie etwa Beraterjobs. Einst gut bezahlte, eher mechanisch ausführbare Tätigkeiten wurden automatisiert oder ausgelagert.

Kommentare (1)

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Karaja

26.07.2012, 16:07 Uhr

Und was ist jetzt eigentlich die Aussage?

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