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20.01.2005

09:14 Uhr

Opel und Saab stehen am Abgrund: Eine Dreiviertelmilliarde Dollar operativer Verlust 2004, weitere 500 Millionen Dollar werden den Prognosen zufolge im laufenden Jahr vernichtet. Die Aktivitäten in Europa erweisen sich für den weltgrößten Autobauer General Motors als Fass ohne Boden. Zu einer harten Sanierung, auch wenn die Maßnahmen weitere Milliarden verschlingen werden, gibt es absolut keine Alternative. Wer noch einen Beweis dafür gebraucht hat, dass es um nichts weniger als um die langfristige Existenz der beiden europäischen Traditionsmarken geht, dürfte spätestens jetzt aufgewacht sein.

Mit den gegenwärtigen Kostenstrukturen haben Opel und Saab keine Zukunft. Die höhere Qualität und die angekündigte Modelloffensive ändern daran nichts, solange GM bei jedem in Europa verkauften Auto Geld verliert. Ohne schmerzliche Einschnitte wird dieser Betrag tendenziell sogar noch steigen. Denn höhere Rohstoffpreise und ein durch Überkapazitäten ausgelöster Preiskampf verschärfen die Situation. Und selbst bei Optimisten ist die Hoffnung verpufft, dass eine wachsende Nachfrage die Probleme mindern könnte.

Die Geduld des US-Konzerns ist erschöpft. Für Schuldzuweisungen und Kampfgebrüll von Teilen der Arbeitnehmervertreter ist keine Zeit mehr. Es geht schließlich nicht mehr um die Frage, ob massiv Arbeitsplätze abgebaut, Abteilungen geschlossen, Werksteile ausgegliedert und Leistungen beschnitten werden, sondern darum, wie schnell das gelingt. Für die Opel-Mitarbeiter dürfte nun klar sein, dass GM keine Kompromisse machen wird. Finden sich bis Ende Januar nicht ausreichend Freiwillige, die eine Abfindung akzeptieren, wird der Autoriese betriebsbedingt kündigen.

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