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06.01.2008

15:17 Uhr

Allen Jubelorgien zum Trotz hatte das gerade abgelaufene Börsenjahr nicht nur Gewinner: Die Namen von GPC Biotech, Patrizia Immobilien, Cashlife, Conergy und IKB Deutsche Industriebank werden als Beispiele für Kursverluste von bis zu 90 Prozent noch lange in Erinnerung bleiben.

Auffällig ist indes, dass bei allen fünfen in den Monaten vor Bekanntwerden der verheerenden Nachrichten Top-Manager größere oder kleinere Pakete verkauft haben. Die Spanne geht von einigen Tausend Euro bis hin zu über 35 Millionen Euro, die sie erlöst haben, ehe ihre Bestände nur noch einen Bruchteil dessen wert gewesen wären.

Nun steht es jedem Manager selbstredend frei, sich von Papieren seines Unternehmens, die er über ein Aktienoptionsprogramm oder über die Börse erworben hat, wieder zu trennen. Was die vorliegenden Fälle so pikant macht, ist, dass bei nahezu jedem Konzern, der die Anleger mit negativen Nachrichten schockte, vorher Top-Manager Pakete verkauft hatten. Zumal es sich nicht um undurchsichtige Kleinstwerte, sondern um Unternehmen aus den Auswahlindizes MDax, TecDax und SDax handelt.

Jetzt gleich wieder nach dem Gesetzgeber zu rufen wäre indes erst recht falsch. Schließlich müsste der nachweisen, dass die Manager oft bereits Monate vor Bekanntgabe von Gewinnwarnungen und anderen Hiobsbotschaften davon wussten und dieses Wissen entsprechend ausgenutzt haben. Das ist in der Regel nicht möglich. Und wenn ja, dann reichen bereits die heutigen Rechtsmittel aus.

Für Anleger sind diese Verkäufe aus dem vergangenen Jahr indes ein klares Indiz, dass sie bei Aktienverkäufen von Managern zumindest aufhorchen sollten. Und ein „G’schmäckle“ bleibt.

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