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15.03.2004

09:00 Uhr

Interview mit Sony-Chef Ando

„Wir können in jeder Kategorie Nummer Eins sein“

Als erster Vertreter eines Konsumelektronikuntenehmens wird der Sony-Chef Kunitake Ando die Eröffnungs-Keynote auf der weltgrößten IT-Messe Cebit halten. Mit den Handelsblatt-Redakteuren Nicole Bastian und Axel Postinett sprach Ando in Tokio über Sonys neues Selbstbewußtsein, den kommenden Wettbewerb mit Apple, Sharp, Dell & Co. sowie die neue Cebit auf dem Weg von der Computer- zur Multimediamesse.

Sony-Chef Kunitake Ando

Sony-Chef Kunitake Ando

Herr Ando, Sie sind der erste Vertreter eines Konzerns aus der Unterhaltungselektronik, der auf der Cebit - eine Messe für Informationstechnologie - die Eröffnungsrede halten wird. Ist das die Kriegserklärung an die IT-Branche, die selber so massiv in Ihre Märkte einbricht?

Im Gegenteil. Ich selbst habe bei Sony das IT-Geschäft 1996 gestartet. Mein Konzept war, Computer nicht nur als Produktivitätswerkzeug zu sehen. Wir haben mit dem Vaio den Unterhaltungscomputer geschaffen, der IT und Audiovision integriert. Ein Computer, der Emotionen anspricht: Filme statt Powerpoint und Excel. Damals hat niemand das Konzept so richtig verstanden. Mittlerweile will jeder mitmischen: Dell, HP, alle japanischen Wettbewerber. Die Integration von IT und Audiovision war unser Langfristziel. Jetzt ist sie da. Anstatt einen Krieg zu erklären, freuen wir uns, dass unser Markt expandiert. Ich sehe eine Explosion digitaler audiovisueller Medien voraus. Es entsteht etwas Neues. Wir glauben, wir sind derzeit allen Wettbewerbern mindestens einen Schritt voraus.

Inwiefern?

Die Integration ist bei uns weiter fortgeschritten. Die Fernseher werden mit Eingängen für Memory-Sticks ausgestattet, unser neues Produkt PSX bietet eine Mischung aus Spielekonsole und DVD-Rekorder für das Wohnzimmer, unsere Multimedia-Zentrale Cocoon zeichnet automatisch Programme auf. Andere Wettbewerber tauschen den VHS-Rekorder gegen einen DVD-Spieler aus und den dann gegen einen DVD-Rekorder. Das ist uns zu wenig. Darum waren wir im vorigen Weihnachtsgeschäft auch so erfolgreich.

Apropos Erfolg: Der so genannte "Sony-Schock", der vor einem Jahr die japanische Börse auf Talfahrt schickte, ist immer noch präsent. Was haben Sie daraus gelernt?

Der "Sony-Schock" war gut für uns. Ende 2002 hatten wir hohe Umsätze und Gewinne. Wir dachten, alles läuft rund. Aber die Resultate lagen weit unter den Erwartungen. Wir haben alles noch mal geprüft und das Programm "Transformation 60" gestartet. 2006 wird Sony 60. In Japan bedeutet der 60. Geburtstag, dass man wiedergeboren wird. Das braucht Sony - eine Wiedergeburt. Wir müssen uns in ein Unternehmen verwandeln, das auf Märkten, die sich bis dahin komplett ändern werden, global konkurrieren kann.

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