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04.01.2008

05:45 Uhr

In Großbritannien wird sich bestimmt so mancher grämen: Die englische Ikone Jaguar, einst der Stolz der Autobauer auf der Insel, soll ausgerechnet an den Tata-Konzern aus der ehemaligen Kolonie Indien gehen.

Doch die Engländer müssen sich nicht allzu lange aufregen. Jaguar hat schon vor geraumer Zeit seinen großen Glanz verloren. Das Unternehmen ist nicht mehr das, was es früher einmal war. Jaguar ist schon bald 20 Jahre nicht mehr britisch. Ende der 80er-Jahre musste der Ford-Konzern aus den USA die angeschlagene Raubkatze vor der Pleite retten. Den Amerikanern ist es allerdings in zwei Jahrzehnten nie richtig gelungen, aus Jaguar ein erfolgreiches Unternehmen zu machen. Verfehlte Modellpolitik, viel zu hohe Erwartungen, falsche Markteinschätzungen – Jaguar hat es unter Ford nie geschafft, auch nur annähernd in die Spuren von Mercedes oder BMW zu fahren.

Wenn schon Briten und Amerikaner mit der Aufgabe gescheitert sind, warum sollen es jetzt nicht Inder versuchen? Tata ist ein Name, den man sich merken muss. Die Unternehmensgruppe gehört zu den einflussreichsten Konzernen aus Indien. Tata steht dafür, dass sich die großen Unternehmen aus den wichtigen Schwellenländern inzwischen problemlos mit ihren Konkurrenten aus den etablierten Industrieländern messen können. Auch in Südamerika, Osteuropa und China gibt es vergleichbare Konzerne, die in den kommenden Jahren eine weiter wachsende Bedeutung in der Weltwirtschaft bekommen werden.

Auch deutsche Unternehmen sollten sich vor dem Irrglauben hüten, sie könnten niemals von Konkurrenten aus Asien übernommen werden. Wer einen schlechten Job macht, dem droht genau dieses Schicksal.

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