Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2011

11:26 Uhr

Katharina Kort

Italien ohne Berlusconi

Katharina Kort lebt und arbeitet im neuen Zentrum der Euro-Krise. Sie berichtet über den neuen Politik-Stil in Italien. Statt der Spaß-Regierung mit ehemaligen Showgirls regieren nun nüchterne Fachleute.

Italien-Korrespondentin Katharina Kort Pablo Castagnola

Italien-Korrespondentin Katharina Kort

Vor einem Jahr musste ich noch erklären, warum Silvio Berlusconi sich noch immer an der Regierung halten konnte. Heute ist er bereits Ex-Premier. Die Märkte haben geschafft, was weder Sexskandale, noch die Opposition, abtrünnige Alliierte oder Staatsanwälte und Richter vermochten: Sie haben Berlusconi zum Rücktritt gezwungen. Es hat noch immer etwas surreales.

Das Wort Spread - also der Risikoaufschlag für italienische Staatsanleihen gegenüber deutschen - war plötzlich in aller Munde. Auf einmal kannten nicht nur Finanz-Nerds wie unsereins die Bedeutung, unter Kollegen kursierte die Definition: SPREAD "Silvio, please resign and disappear !"

Auch der ganz normale Mensch auf der Straße sprach auf einmal von Spreads. Ich saß im Autobus und zwei eher einfache junge Männer diskutierten über die Vor- und Nachteile eines Immobilienkredits mit variablen Zinssatz, wobei der eine einwarf: Die Spreads spielten derzeit so verrückt, dass man kaum planen könne. Und auf dem Wochenmarkt imitierte jüngst ein Verkäufer einen hilfesuchenden Anrufer: „Pronto Pronto ? Signora Merkel? Signora Merkel ist mal wieder nicht zu erreichen." Und die Leute lachten.

Wenn sich der Mann auf der Straße schon mit der Finanzkrise beschäftigt, ist das ein Zeichen, wie tief die Krise ist.

Mario Monti soll sie nun bewältigen. Mit Mario Monti ist nicht nur eine neue Politik, sondern auch ein neuer Stil in Rom eingezogen. Statt der Spaß-Regierung mit ehemaligen Showgirls und allerhand folkloristischen Politikern sitzen dort nun nüchterne Fachleute.

Das ganze ist übrigens sehr bedauerlich für Komiker, Karikaturisten und auch viele Journalisten, denen Berlusconi ein gutes Auskommen gesichert hat. Der berühmte Showman Fiorello hat ohne Erfolg nach einem Witz über Monti gesucht. Er brachte es auf den Punkt: 1,78 groß, volle Haare, mit seiner Frau seit 40 Jahren verheiratet. Was soll einem da einfallen ?

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

3844apt

16.12.2011, 11:31 Uhr

Ihre muffigen Tiraden gegen B. zeugen von ziemlicher Einfältigkeit. Sex-Affairen, Show-girls usw.
alles Ergebnisse Ihrer spannersüchtigen Einstellung zu
einem Politiker, der noch lange nicht fertig ist.

Ihre Angela mit Ihrem Bellhündchen Sarko haben es geschafft, Berlusconi zu verdrängen . Was noch schlimmer aber ist, haben sie dafür gesorgt, daß in Italien -wie etwa in Spanien der Fall gewesen ist, keine Neuwahlen stattfinden, wie es hätte sein müssen.
Dies wird sich rächen, denn die Italiener sind nicht blöd und sie lassen sich weder von Teutonen, noch von einem franz.Verbalterroristen wie Sarko einschüchtern bezw unterordnen.
An Berlusconis Stelle wollten sie den gefügigen Monti
haben. Den haben sie jetzt und die Lage ist noch beschissener geworden, denn Italien muß aktuell die Höchstzinsen bezahlen.An Berlusconi lag es also nicht!
Sie sollten endlich Ihre teutonsiche Borniertheit ablegen
und bescheiden über Ihr Land nachdenken :
1. über 2 Billionen E Schulden ( nicht eingerechnet sind hier die Passiva des KfW).Also absoluter Schuldchampion !
2. die Teutonen sind privat Meister der Überschuldung
3. marode Abzockerbanken ( Deutsche Bank. Commerzbank,
diverse Landesbanken usw.)
Gestatten Sie eine Frage s.g. Frau Kort, denn ich bezwweifle einfach Ihre ital. Kompetenzen : können Sie überhaupt Italienisch und wie lange sind Sie in Italien?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×