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03.01.2008

05:21 Uhr

Kenia

Gefährlicher Zunder

VonHelmut Schneider

Über 300 Opfer haben die gewaltsamen Ausschreitungen nach dem umstrittenen Wahlergebnis in Kenia bisher gefordert. Mehr als 70 000 Menschen flohen, mehrere Tausend davon sogar über die Grenze nach Uganda.

Bisher waren es vor allem Jugendliche der ethnischen Gruppe der Luo, der zweitgrößten Kenias, die Jagd auf Kikuyu machten, wo immer diese in der Minderheit sind.

Während Präsident Kwai Kibaki, ein Kikuyu, und sein Herausforderer Raila Odinga, ein Luo, bei den Wahlen die Unterstützung auch von anderen ethnischen Gruppen erhielten, machen die meist arbeitslosen und radikalen Jugendlichen ein Gleichheitszeichen zwischen dem von ihnen favorisierten Politiker und der jeweiligen ethnischen Bevölkerungsgruppe. Die Tageszeitung „Daily Nation“ warnt vor der eskalierenden Gewalt und malt bereits das Gespenst eines Genozids an die Wand, wie ihn 1994 Ruanda erlebte.

Noch verhält es sich mit den Gewalttaten wie mit einem aus Frust entfachten Buschfeuer. Noch ist es nicht – wie einst in Ruanda – eine staatlich orchestrierte Ausrottung einer Bevölkerungsgruppe durch eine andere. Aber in verschiedenen Teilen Kenias kam es in den letzten Monaten immer wieder zu ethnischen Auseinandersetzungen, wobei es vor allem um die Landnutzung in bestimmten Gebieten ging. So tobt seit Juli vorigen Jahres in der Region Mount Elgon ein Kampf um Ackerland und Weidegründe zwischen den Clans der Soy und Ndorobo. 300 Menschen kamen dabei ums Leben. 60

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