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22.04.2012

11:55 Uhr

Kommentar

Apple droht der Absturz

Der IT-Gigant ist so wertvoll wie fast kein anderer Konzern weltweit. Lange Zeit war die Aktie angemessen bewertet. Doch jetzt steigt der Kurs, obwohl die Perspektiven gleich bleiben. Diese Strategie kann nicht aufgehen.

„Handelsblatt“-Redakteur Ulf Sommer hält die Apple-Aktie für überbewertet. Pablo Castagnola

„Handelsblatt“-Redakteur Ulf Sommer hält die Apple-Aktie für überbewertet.

Stolz präsentiert sich die Nummer eins: 18,6 Milliarden Dollar Nettogewinn im abgelaufenen Jahr, 100 Milliarden Dollar Bargeld und eine Profitabilität, wie sie nicht mal die Ölindustrie erreicht. Mit fast 600 Milliarden Dollar ist Apple so wertvoll wie kein anderer Konzern weltweit.

Sorgen, dass es der iPad-Ikone ergehen könnte wie den vielen um 99 Prozent abgestürzten Internet-Start-ups nach der Jahrtausendwende, brauchen sich Anleger zwar nicht zu machen. Denn anders als die gewinnfreien Firmen von damals wächst Apple in atemberaubendem Tempo. Binnen zwei Jahren verdreifachte sich der Gewinn. Mit jedem Dollar Umsatz blieben zuletzt 26 Cent Reingewinn übrig – eine fabelhafte Marge. Darüber hinaus hielt Apple stets, was Anleger erwarteten: Die Gewinne stiegen im Einklang mit dem Aktienkurs. Deshalb war die Aktie lange Zeit angemessen bewertet.

Doch mit dieser letzten Herrlichkeit ist es seit Herbst vorbei. Mit der wiedererwachten Risikofreude ist der Apple-Kurs um weitere 50 Prozent gestiegen – ohne dass sich die Gewinnperspektiven seitdem verbesserten. Die Aktie profitierte davon, dass sich die iPhones und iPads auch nach dem Tod der iGod-Legende Steve Jobs bestens verkaufen. Die Sorge skeptischer Anleger, der Absatz basiere auf einer Steve-Jobs-Manie, hat sich in der Erkenntnis aufgelöst, dass Apple auch ohne dessen Vermarktungskünste auskommt. Als Coup erwies sich die Idee seines Nachfolgers Tim Cook, erstmals seit 1995 Dividenden zu zahlen. So erschloss sich Apple milliardenschwere Fonds, die gemäß ihren Anlagekriterien nur in Aktien investieren, die einen Teil der Gewinne ausschütten. Der jüngste Kurshöhenflug belegt, wie gern Fondsmanager zugriffen, um ihren Kunden einen Star im Depot präsentieren zu können.

Kommentare (15)

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Christian

22.04.2012, 12:05 Uhr

Ja das ist alles richtig.
Kann man jetzt schon mit Selbstverständlichkeiten
das Handelsblatt füllen ?!
Und warum sollen wir für eine Zeitung bezahlen, deren
Content aus belanglosen Selbstverständlichkeiten besteht?

Stoffel

22.04.2012, 12:08 Uhr

Der Verkaufszeitpunkt ist im Artikel doch sehr klar definiert:

"Sobald ein Nachfolgemodell Apples floppt, werden die jetzt Begeisterten mangels Ertragsalternativen verkaufen"

Bis es aber soweit ist sollte man seine Gewinne weiterlaufen lassen und die Aussagen von "Analysten" und anderen "Fachleuten" ignorieren und Rücksetzer beim Aktienkurs aktiv nutzen.

Account gelöscht!

22.04.2012, 12:23 Uhr

Apple hat jede Menge Perspektiven:

- eigene Spielekonsole iPlay
- Internet-TV iTV

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