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09.05.2012

20:54 Uhr

Kommentar

Assad bleibt eisern

VonPierre Heumann

Der Druck des Auslands auf den syrischen Präsidenten ist so stark wie nie. Dennoch lässt Baschar el Assad keinen Zweifel, dass er sein Amt behalten will. Zu loyal sind seine Verbündeten, zu schwach ist die Opposition.

Der syrische Präsident Baschar el Assad bei der Eröffnungszeremonie zum Kongress der Baath-Partei. Reuters

Der syrische Präsident Baschar el Assad bei der Eröffnungszeremonie zum Kongress der Baath-Partei.

Seit 2011 sind drei nahöstliche Potentaten durch den Aufstand der Massen entmachtet worden. Tunesiens Zine Ben Ali musste fliehen, Ägyptens Hosni Mubarak wartet auf seinen Prozess, und Libyens Muammar el Gaddafi wurde ermordet. Doch Baschar el Assad sitzt in Syrien noch fest im Sattel. Sanktionen des Westens, die ihn in die Knie hätten zwingen sollen, prallen an dem Herrscher ab.

Trotz seiner Gräueltaten kann er sich auf einflussreiche Freunde in der Welt verlassen. Auf den Waffenstillstand, den die Uno vermittelt hat, und auf die Entsendung der Uno-Beobachter, die für Ruhe im geschundenen Land sorgen sollen, hat er mit brutalen Attacken gegen die Zivilbevölkerung geantwortet. Er lässt Parlamentswahlen durchführen, als ob in seinem Land alles bestens wäre. Immer noch halten breite Schichten zu ihm, als wäre er ein selbstloser Wohltäter Syriens.

Pierre Heumann ist Handelsblatt-Korrespondent in Tel Aviv. Netzhaut

Pierre Heumann ist Handelsblatt-Korrespondent in Tel Aviv.

Assads Regime zeigt keine Zerfallserscheinungen, obwohl die USA und die EU die Sanktionen verschärft haben. Das Land ist sanktionsresistent. Anders als Tunesien oder Ägypten wurde Syrien nie in den Sog der Globalisierung gezogen. Die Wirtschaft ist zwar schwach, und sie wird durch die Sanktionen weiter geschwächt. Doch Syrien hat nicht nur eigene Energiequellen. Es produziert auch genügend Nahrungsmittel, um die Bevölkerung zu ernähren, und es verfügt über eine Industrie, die den Eigenbedarf decken kann. Zudem ist der Güterverkehr mit Iran und Irak nicht unterbrochen.

Assad ist nicht isoliert. Er kann auf treue Verbündete in Teheran und in Moskau zählen. Die Russen wollen ihren letzten Stützpunkt Tartus am Mittelmeer nicht aufgeben, und auch den iranischen Herrschern ist Assad wichtig, weil er Terrororganisationen unterstützt, die als Teherans Statthalter eingesetzt werden. Auch innenpolitisch kann Assad auf Getreue zählen. Stets hat es die Herrscherfamilie bestens verstanden, sich die Angst der Minderheiten vor der sunnitischen Mehrheit zunutze zu machen.

Viele Syrer hätten viel zu verlieren, würde Assads Regime kollabieren. Sie betrachten Assad als ihren Schutzschild. Fast die Hälfte des Landes besteht aus Minoritäten. Christen machen zwölf Prozent der Bevölkerung aus, Kurden und Drusen bringen es zusammen auf knapp 20 Prozent, und die Alawiten, zu denen die Assads gehören, 13 Prozent. Die Minderheiten wissen, was ihnen droht, wenn sie sich nicht mehr auf Assads Schutz verlassen können. Sein Vater hatte in den achtziger Jahren 20.000 Gegner umbringen lassen, um sein Regime zu retten.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

09.05.2012, 21:08 Uhr

Was für ein unsäglicher Kommentar. War Herr Heumann selbst einmal in Syrien und hat sich dort ein Bild gemacht? Warum schreibt er nicht über die Parlamentswahl? Oder daß heute - wohl von sog. "Rebellen" - ein VN-Konvoi mit dem Head of Mission angesprengt wurde? Richtig ist: "Viele Syrer hätten viel zu verlieren, würde Assads Regime kollabieren." Was bedeutet, daß die sog. "Rebellen" - vom Ausland unterstützt - wohl nicht so zahlreich sein können.

Account gelöscht!

09.05.2012, 21:54 Uhr

ich bin durchaus dafür in syrien einzumarschieren, aber vorher müssen wir die menschen in bahrein, saudi arabien, kuwait, dubai und vae befreien und demokratisieren. dann noch die israelis und palästinänser und wenn wir damit fertig sind dann können wir uns um syrien kümmern aber für so etwas gibt es erstaunlicherweise keine mehrheiten komisch oder wo es uns doch um die menschen, die demokratie, die frauen die kinder geht und natürlich nicht ums öl und um den iran :-), es ist so erbärmlich und erschreckend für wie dumm man die menschen hier hält.
und wo hat der korrospondent gleich nochmal seinen arbeitsplatz? tel aviv!!! warum nicht damaskus? zu gefährlich :-) mit den syrisch, lybischen rebellen.

Account gelöscht!

10.05.2012, 08:42 Uhr

Ne Hundehütte ist für nen Hund, der Kommentar des Herrn Heumann ist für die Katz!

Wenn, und das ist sie, die Opposition schwach ist, dann hat sich die dem Willen der Mehrheit zu fügen. Eine übergroße Mehrheit der Bevölkerung steht hinter Assad. Die wollen keine Verhältnisse wie in Saudi Arabien. Daran wird auch der CIA nichts ändern.

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