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25.02.2011

07:27 Uhr

Kommentar

Bahn-Streik: Gewerkschaft schadet sich selbst

VonThorsten Giersch

Die GDL streikt erneut. Millionen Pendler packt die Wut. Und das zurecht. Denn die GDL übertreibt es mit ihrer harten Tour und wird sich am Ende selbst am meisten schaden. Ein Kommentar von Thorsten Giersch.

Zugschaffner bei der Deutschen Bahn verdienen mehr als bei privaten Konkurrenten. Das will die Lokführergewerkschaft GDL ändern. Die Unternehmen haben sich längst bewegt und einen Flächentarifvertrag angeboten, der vorsieht, das Lohn-Plus der Deutschen Bahn von 20 auf sechs Prozent zu reduzieren. Das reicht der GDL aber nicht.

Am 22. Februar wurde zum Aufwärmen gestreikt. Zwei Stunden reichten, um Zigtausende Pendler zu entnerven. Nun legen die Lokführer nach. Mal abgesehen von der Frage, warum Bahnstreiks so oft bei Minustemperaturen stattfinden müssen: Warum bestreikt die GDL überproportional heftig die Deutsche Bahn, wenn sie doch mit deren Konkurrenten im Clinch liegt?

Diese Frage bewegt nicht nur die geschädigten Reisenden – die sich im Zweifel durch das Üben der korrekten Aussprache von „Bundesrahmenlokomotivführertarifvertrag“ erwärmen können. Doch der GDL geht es eben nicht nur um die Sache, sondern auch um ihre Daseinsberechtigung. Diese muss die Spartengewerkschaft nun mal immer wieder unter Beweis stellen. Eine gewisse Paranoia kann man ihr nun mal nicht absprechen: Die Großen wollen die Kleinen unterdrücken, so war das schließlich schon immer.

Doch wenn die GDL so weitermacht, schadet sie sich mit ihrer Sturheit selbst. Denn derzeit denkt die Bundesregierung darüber nach, die Macht der großen Gewerkschaften in Gesetze zu gießen. Je häufiger die Spartengewerkschaften mit übertriebenen, unberechenbaren Aktionen auf sich aufmerksam machen, desto mehr Futter bekommen ihre Gegner. Und das gilt vor allem für den öffentlichen Verkehr, wo es so viele Wählerstimmen zu gewinnen gibt.

Kurzfristig könnten die Lokführer jetzt noch einmal einen Erfolg erzielen, denn ihr Drohpotenzial ist hoch. Aber viele Warnstreiks dieser Güte kann sich die GDL nicht mehr leisten. Es kommt also aufs Timing an - und aufs Augenmaß.

Kommentare (4)

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Schreibtischtaeter

25.02.2011, 09:35 Uhr

Was den Verkehrsflugzeugführern recht ist, sollte den Lokführern billig sein. Ich habe absolutes Verständnis für den Streik und wäre froh, wenn andere von Dumpinglohn und Leiharbeit betroffene Beschäftigte, sich ebenfalls für die Durchsetzung höherer Löhne einsetzen würden. Ihr Schreiberlinge würdet am Lautesten protestieren, wenn eure Verleger euch eure tarifvertragliche Absicherung und eure viele Privilegien zusammenstreichen würden. Bei Einführung der Leiharbeit und Niedriglohn (gibt es ja schon bei den "Freien" für Journalisten würden doch auch keine Zeitungen mehr erscheinen oder?

Bahnfahrer

25.02.2011, 09:59 Uhr

Ich kann meinem Vorredner nur recht geben. Diese "Pressefutzies" sollen erstmal den Unterschied zwischen Lokführer und Zugführer lernen!
Wettbewerb findet bei den Bahnen zum größten Teil nur auf Kosten der Lokführer und Zugbegleiter statt. Besserer Service und Qualität kommen erst an zweiter Stelle. Ein Bundesrahmentarifvertrag würde dieses für alle vereinfachen. Auch die Politik, bzw. die Länder, als Besteller der Eisenbahnleistungen sollten da mal drüber nachdenken.

holzroller142

28.02.2011, 02:18 Uhr

Es ist schlimm wenn hier welche etwas schreiben und nicht mal
schauen um was es eigentlich geht.
Nur mal die Kernforderungen der GDL anschauen und nicht immer nur übers Geld reden.
Dann würden Sie Herr Giersch Ihren Artikel Umschreiben,und,
wir wollen in einer Demokratie doch nicht zulassen das den Gewerkschaften sei es auch eine Berufsgewrkschaft ,das Recht auf Tarifauseinandersetzungen - Streik- aberkannt wird . Dann werden wir da landen wovon sich andere gerade Befreien - siehe die "Arabische Welt"

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