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10.04.2012

07:25 Uhr

Kommentar

Bankenaufseher mit Schwindsucht

VonDirk Heilmann

Mit immer neuen Behörden will Europa Glauben machen, es habe die Finanzmärkte im Griff. Doch weiterhin ist die Aufsicht zu schwach. Nun bietet sich die Chance, das System endlich effektiv zu gestalten.

Dirk Heilmann ist Chefökonom des Handelsblatts. Pablo Castagnola

Dirk Heilmann ist Chefökonom des Handelsblatts.

Die Europäische Währungsunion macht im Kampf gegen die Schuldenkrise Fortschritte. Die Strukturreformen in Südeuropa kommen voran, und der Fiskalpakt verpflichtet die Mitglieder zu einer solideren Haushaltsführung in der Zukunft. Die positivere Haltung der Finanzmärkte gegenüber Europa ist keine bloße Laune.

Doch es gibt einen wichtigen Krisenherd, für den die Politik leider noch immer keine befriedigende Lösung gefunden hat: das Bankensystem. Die Schieflage von Banken und Staatshaushalten hat sich im Verlauf der Krise immer wieder gegenseitig verstärkt. Schon das Rettungspaket für Irland war im Grunde ein Paket für die irischen Banken und deren internationale Gläubiger. Noch immer hängt das Schicksal von Banken und Staatsfinanzen in der Euro-Zone eng zusammen, weil die Banken Financier Nummer eins der Staaten sind.

Das beherzte Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Ängste der globalen Anleger vor einem Kollaps weiterer europäischer Banken erst einmal beseitigt. Mit mehr als einer Billion Euro an Dreijahreskrediten zu Zinsen nahe null vollgesogen, stehen die Institute wieder mit beiden Beinen auf dem Boden. Doch zugleich hat ebendieser Eingriff die Symbiose mit den Staatsfinanzen wieder verstärkt, denn die Banken haben mit dem Geld wieder Staatsanleihen der Euro-Zone gekauft.

Darum wird es jetzt höchste Zeit, dass die Europäische Währungsunion um eine Finanzregulierungsunion ergänzt wird. Es hat keinen Sinn, die Zuständigkeit für die Bankenaufsicht bei nationalen Aufsichtsbehörden zu belassen, wenn klar ist, dass mehrere Staaten in der Euro-Zone gar nicht in der Lage wären, kollabierende Banken aus eigener Kraft zu retten. Dann kann ihr Interesse nur sein, alle Probleme so lange wie möglich zu vertuschen, um die Krise nicht zu verschärfen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.04.2012, 11:51 Uhr

Das stimmt aber so nicht Herr Chefökonom, das Rettungspacket für Irland war in erster Linie ein Mittel um dem öffentlichen Haushalt in Irland eine sanfte Landung zu ermöglichen. Der irische Immobilienmarkt wurde ja zuvor genutz um die Staatsausgaben zu finanzieren und Steuern niedrig zu halten. Nach dem Absturtz von 2007 stellte man plötzlich fest das das Land das letzte Jahrzehnt nur auf pump gelebt hat. Nun ist die Party vorbei und die Kopfschmerzen kommen.

Interesant ist auch das die Schuld für die Krise in Irland auf Deutschland gelenkt wird das nun verantwortlich gemacht werden soll fur inkompetente und korrupte Politik in Irland. Alles in der Hoffnung das Deutschland am Ende wieder die Zeche für alle zahlen wird.

So einfach ist es dann nun auch wieder nicht Herr Heilmann.

Account gelöscht!

10.04.2012, 13:46 Uhr

AUF DEN SCHEITERHAUFEN DER GESCHICHTE WIRDS GEHEN.
Habe mir seinerzeit die europaweiten Personalstrukturen von Eba, Eiopa, Esma, Esrb und anderen "Kürzelsalaten" verinnerlicht und halte auch heute dies alles für einen Beitrag
ZUR MINDERUNG VON ARBEITSLOSENZAHLEN!

RechteTascheLinkeTasche1984

10.04.2012, 16:09 Uhr

..ich gehe lieber zum Bündnis Bürgerwille. Unsere Politik hat mit Demokratie nur sehr wenig zu tun!

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