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06.06.2012

00:00 Uhr

Kommentar

Bankenunion ist eine Chiffre für Transferunion

VonSven Afhüppe

Ein gemeinsames Einlagensicherungssystem im Euro-Raum, wie es EU-Kommissionspräsident Barroso vorschlägt, wäre ein weiterer Schritt in die Transferunion. Gerade Deutschland würde dadurch massive Nachteile erfahren.

Sven Afhüppe ist stellvertretender Handelsblatt-Chefredakteur. Pablo Castagnola

Sven Afhüppe ist stellvertretender Handelsblatt-Chefredakteur.

Europa diskutiert über ein neues Zaubermittel zur Euro-Rettung: die Bankenunion. Hinter der Wortschöpfung steht ein Plan für eine einheitliche Bankenaufsicht, ein gemeinsames Einlagensicherungssystem im Euro-Raum und einen europäischen Abwicklungsfonds für marode Banken. Die Idee hatte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, jener Mann, der auch schon Euro-Bonds zum Allheilmittel auserkoren hatte.

Es wäre also Vorsicht angebracht. Stattdessen erfährt das Konzept einer Bankenunion breite Unterstützung, selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble loben die Pläne. Wie so oft in Krisenzeiten verschweigen die Politiker die Nebenwirkung einer solchen Operation.

Doch gerade die Pläne zur Vereinheitlichung der europäischen Einlagensicherungssysteme und die Gründung eines zentralen Abwicklungsfonds führen Europa noch stärker in eine Transferunion. Für den Zustand ihrer Banken sind die Euro-Länder erst einmal selbst verantwortlich.

Schließlich sind die Gründe für die jeweilige Schieflage einer Bank höchst unterschiedlich. Mal platzen Immobilienkredite, mal verzocken sich Investmentbanker, mal können Unternehmen wegen eines Einbruchs der heimischen Wirtschaft ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen.

Warum also sollten Länder mit stabilen Banken, die ein solides Geschäftsmodell haben, für marode Institute in Nachbarländern geradestehen? Warum sollen über ein einheitliches Einlagensystem in Europa die Sparer von Deutscher Bank, Commerzbank und Sparkassenverbund für die Probleme einer spanischen Bankia zahlen?

Kommentare (14)

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06.06.2012, 13:41 Uhr

Warum also sollten Länder mit stabilen Banken, die ein solides Geschäftsmodell haben, für marode Institute in Nachbarländern geradestehen?

Die Antwort...

weil Deutschland für die Schweinestaaten und deren schulden für immer aufkommen soll.
So kann man sich lästige wirtschaftliche Konkurrenz vom Leibe halten.

Die Sowjetunion lässt grüssen, allen gehts schlecht nur den parteifunktionären nicht.

Lange geplant von der City of London usw, oder warum ist ausgrechnet England nicht beim Euro dabei?

Der Hosenanzug und der Rollifahrer freuen sich, den nun können Sie endlich das tun was sie schon immer wollten, aber wegen den Druck der Bevölkerung nicht umsetzten konnten.

Wie sagte BB Rockefeller schon: .. es muss nur diese eine grosse Krise kommen, dann ..."

Account gelöscht!

06.06.2012, 13:58 Uhr

Wir erleben gerade die Demütigung und Erstickung Griechenlands, Irlands, Italiens und Spaniens.

Mit dem Vorwand “Wirtschaftskrise” sollen sämtliche Errungenschaften der europäischen Zivilisation zerstört werden: Freiheit, Demokratie, Wohlstand selbst und der auch Friede!

http://www.youtube.com/watch?v=3luksgaAW84&feature=plcp

Account gelöscht!

06.06.2012, 14:34 Uhr

mir kommen die Tränen, ihre genannten Staaten waren vor der EU schon Pleitekandidaten, nur das sie kurzzeitig mal mit den Grossen spielen durften.
Mit Schafskäse, Kerrybutter und Rotwein lässt sich kein wirtschaftliches Model aufbauen, das war mal, aber vor der Industralisierung

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