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06.03.2012

18:34 Uhr

Kommentar

Daimler verprellt seine treuesten Kunden

VonFlorian Brückner

Auf den ersten Blick hat Daimler mit der neuen A-Klasse alles richtig gemacht: Sie ist stylisch, dynamischer und jünger. Doch genau das könnte ihr zum Verhängnis werden.

DüsseldorfDie neue Mercedes-A-Klasse ist der große Hoffnungsträger von Daimler. Sie ist ganz anders als ihr Vorgänger: nämlich ein sportlich gestylter Kompaktwagen ganz im Stile eines 1er BMWs. Das Auto sieht jung und dynamisch aus, und genau das soll es ja auch sein. Daimler will junge, moderne Kunden gewinnen - oder solche, die sich dafür halten oder es gerne wären.

Doch damit ist die A-Klasse zugleich ein großer Fehler. Denn der neue Jugendstil ist so konsequent umgesetzt, dass er eine wichtige Stammklientel von Daimler ziemlich vor den Kopf stoßen dürfte: die der neudeutsch gerne als Silversurfer betitelten Senioren und reiferen Semester. Die gehörte zu den größten Fans der alten A- und B-Klasse. Kompakte Autos waren das mit bequem hohem Einstieg, attraktiven Preisen und einem flexiblen Innenraum für den Besuch im Gartencenter, auf dem Golfplatz oder bei den Enkeln. All das bietet die neue A-Klasse nicht.

Daimler stößt damit völlig unnötig eine eigentlich begehrenswerte Kundschaft vor den Kopf - die nämlich ausgesprochen markentreu und im Gegensatz zu vielen jüngeren Semestern auch zahlungskräftig ist. Keine Frage: Der Erfolg des 1er BMW gibt Daimler erst einmal recht. Der entscheidende Unterschied ist nur, dass BMW mit der Einführung des 1ers nur wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen hatte. Bei Mercedes ist es genau andersherum.

Die neue A-Klasse ist nicht mehr und nicht weniger als noch ein weiterer konventioneller Kompaktwagen. Und genauso begehrt wie das Segment ist, genauso übervoll ist auch das Angebot. BMW 1er, Audi A3, VW Golf, Lexus CT, Alfa Romeo Giulietta, Citroen DS3, Opel Astra und und und. Die Liste ist lang. Das Alleinstellungsmerkmal der neuen A-Klasse? Es ist ein Benz. Das war es dann auch schon.

Daimler hätte gut daran getan, nicht alles auf die neue Jugendkarte zu setzen - so attraktiv das auch sein mag. Besser wäre es gewesen eine Plattform für zwei Karosserievarianten zu finden: eine fürs jugendliche, eine fürs ältere Publikum. Gerade mit Blick auf all die vielen Partnerschaften, die Daimler im Laufe der Zeit eingegangen ist, hätte sich wohl auch ein Weg für eine kostengünstigere Produktion gefunden. Diese Chance ist vertan. Hoffentlich rächen sich die Silversurfer nicht dafür.

Kommentare (14)

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Der_Henker

06.03.2012, 19:00 Uhr

Mercedes A + B sind vom Styling eine Katastrophe .

Die Front ist total rustikal ,man könnte meinen es wären

Mini -Lkw .

Und dann noch Billigteile von Renault u. Nissan eingebaut .

Müssen die Kunden dann auch in die obengenannte Werkstatt?

Um allen Problemen aus dem Weg zugehen ,kaufe ich keine

Mercedes A-Klasse !

Da sind Golf , A3 ,BMW 1 meine Alternative !

hajohans

06.03.2012, 19:27 Uhr

Die A und B Klasse waren originelle Autos. Ich habe eine
A und 2 B Klassen gekauft. Jetzt sind es Golf oder A3
Kopien - da nehme ich lieber das Original. Der Verzicht
auf die hohe Sitzposition wird viele Kunden kosten.

christian

06.03.2012, 19:37 Uhr

da müssen sich die silversurfer wieder in die kleine mercedes-c klasse schwingen und vor allem wieder heraus kommen. gibt es überhaupt noch ein bequemes rentnerauto von mercedes? eine e klasse ist toll, aber da kann man auch nicht besser ein- und aussteigen, wie bei jeder anderen limousine. ein opel meriva ist ein auto für kleingeister mit hut. bmw bietet nichts van-artiges. vw bietet den golf plus. das ist ein tolles auto, welches hochwertig ist und man gut rein und rauskommt inc. einer guten sitzposition. wer es mit dem status nicht so genau nimmt, für den kommt ein dacia logan mcv in frage. da passt ein fahrrad wunderbar rein, ein ganzer rollstuhl und viel vom baumarkt. die materialien sind leider gewöhnungsbedürftig. zuverlässigkeit und verarbeitung sind auf einem sehr hohen niveau. das auto fährt einfach immer. es gibt nicht wenige autos, die haben 200.000 km hinter sich und keine ungeplanten werkstattaufenthalte. das ist heutzutage von den wenigsten autos zu schaffen. ein mercedes ist regelmäßig in der werkstatt und das kostet gleich hunderte von euro. b-klasse ist auch sehr anfällig. getriebeprobleme kommen vor. welches auto bietet mercedes menschen, die gut ein-und aussteigen wollen?
der modellwechsel ist der heftigste, den ich je gesehen habe.
die schwaben schieben die silversurfer ab zu vw. die kommen ihrem weltmarktführer wieder ein bißchen näher.
-strategisch zweifelhaft-

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