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11.05.2012

07:41 Uhr

Kommentar

Das Gehaltsplus bei der Coba kommt zur Unzeit

VonSven Afhüppe

Der Commerzbank-Vorstand erhält ein höheres Jahresgehalt. Formal mag das in Ordnung sein, doch für das teilverstaatlichte Institut gelten immer noch andere Regeln. Die steigende Vergütung ist nur schwer zu vermitteln.

Der Commerzbank-Vorstand kann sich über ein süßes Extra freuen. dpa

Der Commerzbank-Vorstand kann sich über ein süßes Extra freuen.

Seit der Bund die Commerzbank vor drei Jahren mit gut 18 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet hat, ist das Frankfurter Geldhaus keine normale Bank mehr. Für sie gelten besondere Regeln, die ihr als Gegenleistung zur staatlichen Hilfsaktion verordnet wurden. Diese Auflagen betreffen nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die Gehälter des Vorstands, die auf eine halbe Million Euro begrenzt wurden.

Der Gehaltsdeckel gilt aber nur so lange, wie die Bank nicht vollständig die Zinsen auf die stille Einlage bezahlt oder mindestens die Hälfte der Staatshilfen abgestottert hat. Mit der Rückzahlung von gut 14 Milliarden Euro hatte Bankchef Martin Blessing formal also alle Voraussetzungen erfüllt, um wieder mehr verdienen zu können.

Ab diesem Jahr sollen für den Commerzbank-Vorstand wieder normale Zeiten anbrechen. Blessing kann sich nun auf ein Grundgehalt von gut einer Million Euro freuen und die übrigen acht Vorstandsmitglieder auf eine Dreiviertelmillion Euro. Zudem könnten noch variable Anteile ausgezahlt werden.

Im Vergleich zu dem Spitzengehalt von VW-Chef Martin Winterkorn, der im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro verdiente, mag die Summe gering erscheinen. Doch zwischen dem Autokonzern aus Wolfsburg und dem Frankfurter Finanzinstitut liegen Welten. Volkswagen baut weltweit mit die besten Autos und kann mit einem Nettogewinn von gut 15 Milliarden Euro vor Kraft kaum laufen. Die Commerzbank ist von einer so glänzenden Bilanz weit entfernt.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

11.05.2012, 07:51 Uhr

Sehe ich mit dem Gehalt aunsnahmsweise anders: Nicht dieser Herr ist für den Niedergng verantwortlich. In äußerst schwierigem Umfeld liefert der Vorstand einen Überlebenskampf für die CoBa, der rund um die Uhr geht. Und das macht der Vorstand, soweit erkennbar, "spitze".

Dieses Gehalt ist jedenfalls eher zu rechtfertigen, als die üppigen Gehälter, die man den Bossen seit Jahren gut laufendender (!) Konzerne zuschustert. Die leisten nämlich nichts Besonderes.

Bei Blessing sieht das anders aus. Deshalb ist das Geld gerechtfertigt.

PS:
Würde es begrüßen, wenn die für das Desaster verantwortlichen Manager heute Blessinge Gehalt zahlen müssten ......

Frieda

11.05.2012, 08:20 Uhr

Das Entlohnungsprinzip der "marktgerechten Bezahlung" ist dann unbrauchbar, wenn den Empfängern Millionen bezahlt wurden und sie letztlich jederzeit "weglaufen" können (und das womöglich noch mit einer hohen Abfindung).

Account gelöscht!

11.05.2012, 08:34 Uhr

Herr von Heydebreck hat als Verhandlungsführer für seine Beschäftigten gerade mal 1,3% Gehaltserhöhung im Angebot, weil bei den Banken (und damit auch der Commerzbank) kein Spielraum für größere Tarifsteigerungen dar sein soll.

Aber für ihn persönlich und seine Vorstandskollegen sind 50% (Blessing) bzw. 25% + X (variable Anteile) drin?

Für wie dumm hält man uns Normalbürger eigentlich?

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