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13.03.2012

12:05 Uhr

Kommentar

Das große Problem der Autobranche

VonTino Andresen

Gestern hat Volkswagen mit seinen Geschäftszahlen geglänzt, heute BMW und Porsche. Doch die Rekordbilanzen der deutschen Autobauer überstrahlen ein grundlegendes Problem, das die Branche hat.

Produktion von Peugeot-Modellen in Poissy bei Paris: Mutterkonzern PSA und viele andere Autobauer haben gewaltige Überkapazitäten. Reuters

Produktion von Peugeot-Modellen in Poissy bei Paris: Mutterkonzern PSA und viele andere Autobauer haben gewaltige Überkapazitäten.

Da gibt es nicht zu deuteln: Die Bilanzen der deutschen Autobauer können sich sehen lassen. Doch so lichtvoll die Zahlen sind, so überschattet fallen die Ergebniss mit Blick auf den europäischen Markt aus. Selbst Europas erfolgsverwöhnter Autobauer Volkswagen und der führende Premiumhersteller BMW haben diese Woche eingeräumt, dass ihnen das europäische Umfeld Probleme bereitet. Zusammengenommen mit den jüngst wieder aufkeimenden Spekulationen über eine mögliche Werksschließung bei Opel macht das eines deutlich: Die Branche leidet vor allem in Europa unter gewaltigen Überkapazitäten.

Tino Andresen ist Reporter von Handelsblatt Online. Pablo Castagnola

Tino Andresen ist Reporter von Handelsblatt Online.

Seit 2007 ist der Markt hier um 14 Prozent geschrumpft, und die Negativentwicklung wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Unter den Volumenherstellern arbeiten auf dem Alten Kontinent wohl nur noch VW und Hyundai profitabel.

Schon als die Branche infolge der Finanzkrise 2008 in Schwierigkeiten geriet, war das wesentlich durch die Überkapazitäten verursacht. Und seitdem haben gerade einmal zwei Autobauer gehandelt: General Motors hat sein Werk in Antwerpen geschlossen und Fiat hat sich von einer Fabrik auf Sizilien getrennt.

Mehr ist nicht passiert. Die Autobauer verhalten sich, als ob die Regeln des Spiels Mikado gelten würden: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Doch früher oder später wird der ruinöse Preiswettkampf dafür sorgen, dass es einem Spieler so schlecht geht, dass er die Starre beenden muss.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

13.03.2012, 13:14 Uhr

kein wunder. die europäische politik tut alles, dass der € nichts mehr wert ist und die leute erstmal sehen müssen wie sie ihre energiekosten tragen können bevor an andere sachen gedacht wird.
die deutschen autobauer verlangen im weltweiten vergleich rekordpreise im einheimischen markt und "verschenken" ihre autos fast in nordamerika.
dann bleiben die alternativen: kein neues auto, oder gut und günstige importmarken wie hyundai

Klare_Kante

13.03.2012, 13:22 Uhr

Als Verbraucher begrüße ich den Preisdruck auf Herstellerseite, weil es mir dadurch ermöglicht wird, Fahrzeuge zu günstigeren Preisen zu kaufen. Bei Absprache der Hersteller zu Werksschließungen sollte das Kartellamt rabiate Strafen verhängen (kein Kleingeld sondern mindestens 10-stellige Euro-Beträge), damit erst gar kein Hersteller auf die Idee der Kungelei kommt.
Wenn einzelne Hersteller zu große Kapazitäten haben, sollen diese doch entweder Werke schließen oder die Preise für ihre Produkte senken, so daß wieder mehr Menschen ihre Produkte kaufen oder wieder kaufen können.
So geht Marktwirtschaft.

Rumpelstilzchen

13.03.2012, 14:09 Uhr

Von einem Preiskampf in Europa kann gar keine Rede sein. Die gleichen Autos europäischer Hersteller werden auf dem US-Markt wesentlich billiger angeboten. Das Problem in Europa sind eher die stagnierenden oder sogar sinkenden Reallöhne, während die Autokosten steigen und steigen. Billiglöhner - und das sind vor allem die jungen Leute - kaufen keine teuren Autos mehr, wohnen in der Stadt und fahren Straßenbahn!

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