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26.03.2012

20:19 Uhr

Kommentar

Der ARD fehlen die Konzepte

VonHans-Peter Siebenhaar

Das alternde Publikum der ARD scheint die dortigen Programmmacher träge gemacht zu haben. Obwohl der Sender dringend junge Zuschauer braucht, fehlen neue Konzepte. Und die alten Stars sind mehr Krankheit denn Heilung.

Moderator Thomas Gottschalk bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Konzepts seiner Sendung „Gottschalk live“. dapd

Moderator Thomas Gottschalk bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Konzepts seiner Sendung „Gottschalk live“.

Es sind die bittersten Wochen für Thomas Gottschalk in seiner langen TV-Karriere. Seine Unterhaltungsshow „Gottschalk live“ im ARD-Vorabendprogramm schafft es nicht aus dem Quotenkeller. Falsche Studiogäste, müde Gags und jede Menge langweiliges Gerede – eine TV-Legende droht sich derzeit selbst zu demontieren.

Auch ein Neustart in der vergangenen Woche brachte den erhofften Durchbruch nicht. „Gottschalk live“ bleibt eine Flop-Show. Das Plauderformat im Ersten erreicht nicht einmal die Hälfte der erhofften Zuschauerquote von zehn Prozent. Das ist sehr bitter für den früher so populären Entertainer. Denn er droht angesichts seines wochenlangen Misserfolgs zur Witzfigur zu werden. Bösartige stimmen bereits den Abgesang auf den „TV-Opa“ an.

Die digitale Welt von ARD und ZDF

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Kurt Beck fordert die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF und eine neue Kultur des Sparens. Er könnte sich vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken. Ein Überblick über die digitale Fernsehwelt der Sender.

Eins Extra

Tagesschau im Viertelstundentakt, Nachrichten rund um die Uhr, zumindest über weite Strecken des Tages. Vieles wird von den Dritten Programmen und der Tagesschau-Redaktion wiederverwertet, aber einen schnellen Überblick bietet Eins Extra allemal.

Eins Plus

Das Familienprogramm versteht sich als qualitativ „hochwertiges Service-Angebot“, das grundsätzliche Kenntnisse über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge vermitteln will.

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Wie der Name schon sagt, sind Showevents ein wesentliches Element. Doch das Programm ist insgesamt ein Mischmach als Wiederholungen von Dokumentation, Serien á la „Sturm der Liebe“ und Filmen.

ZDF Neo

ZDF Neo ist aus dem Dokukanal hervorgegangen und soll vor allem jüngere Zuschauer ansprechen. Lebensnah soll das Programm sein. Es besteht aus sogenannten „Factual Entertainment-Formaten“, Servicesendungen, Dokumentationen, Musiksendungen, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedy-Formaten.

ZDf Info

ZDF Info steht für Information, Hintergrund und Service. Schwerpunkte bilden die Ressorts Zeitgeschichte, Europa, Politik, Wissen, Expedition und Gesellschaft. Der Kanal will durch crossmediale Verwertung "eine Brücke in die Welt der politischen Diskussion und Meinungsbildung im Internet" schlagen, und "Fernsehen zum Mitreden“ bieten.

ZDF Kultur

ZDF Kultur versteht sich als "Spiegelbild eines veränderten Lebensgefühls und Kulturverständnisses, das Hochkultur und Popkultur miteinander verbindet". Tragende Programmsäulen sind Popkultur und alle Formen des Spiels - vom Theaterspiel bis zur Netz- und Computerspielkultur. Vor allem Musikrichtungen, wie Indie-Rock und -Pop, Heavy Metal, Hip-Hop, Jazz oder Electronic Music finden in ZDF Kultur ihre Heimat.

Der Quotenkiller Gottschalk ist auch bitter für die ARD. Denn eine geringere Reichweite bedeutet auch weniger Geld im werbefinanzierten Vorabendprogramm. Die Sympathiekundgebungen der ARD-Intendanten für den einst erfolgreichsten TV-Unterhalter im deutschen Fernsehen schwinden.

Das ist kein Wunder, denn Sendungen mit teilweise weniger als einer Million Zuschauer kurz vor der „Tagesschau“ kann sich die ARD nicht lange leisten. Sie muss handeln. Wenn Gottschalk und die Produktionsfirma Grundy Light Entertainment, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, kein Wunder vollbringen, bleibt der ARD nichts anderes übrig, als Ende April auszusteigen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

26.03.2012, 21:14 Uhr

Er hätte im Olymp neben Kulenkampf, Frankenfeld oder Carrell stehen können ......
Wie die Fehleinschätzung, wann es Zeit ist, aufzuhören und irriger Glaube an die eigene Unverzichtbarkeit solche eigentlich verdienten Menschen zu grotesken Clowns macht. Zu spät, Thomas Gottschalk. Schade.

Alfred_H

26.03.2012, 21:56 Uhr

Wozu braucht die ARD Konzepte? Solange der GEZ-Gebührenzahler zur Zwangsabgabe per Gesetz gezwungen wird, dürfen die öffentlich rechtlichen Staatsfernsehsender mit dem Geld machen, was sie wollen. Was der Zuschauer will ist doch egal. Die Volksmusikfans kommen allemal auf ihre Kosten. Die Hirnwäsche wirkt. Merkel ist beliebt. So darf die ARD weiterhin konzeptlos agieren. Zur Not werden die Gebühren einfach erhöht, damit die Aktuelle Kamera weiterhin die von Merkel verordneten Nachrichten präsentieren kann.

anonymus_007

26.03.2012, 22:37 Uhr

Korrekt!
Neue Konzepte werden erst notwendig, wenn sich die Höhe der GEZ Gebühren nach der Einschaltquote richtet.
Dies wird wahrscheinlich nie passieren.
Ich wäre sofort für pay per view!

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