Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2013

14:10 Uhr

Kommentar

Der deutsche Fußball braucht Frieden

VonThorsten Giersch

Der an sich belanglose und lange überraschend harmonische Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München geriet aus den Fugen. Eine Wiederholung schadet dem deutschen Fußball.

Heftige Debatte: Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer und Dortmunds Trainer Jürgen Klopp diskutieren nach der roten Karte für Rafinha (l). Als zweiter von rechts steht Bayerns Trainer Jupp Heynckes daneben. dpa

Heftige Debatte: Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer und Dortmunds Trainer Jürgen Klopp diskutieren nach der roten Karte für Rafinha (l). Als zweiter von rechts steht Bayerns Trainer Jupp Heynckes daneben.

DortmundWenn sich zwei streiten, haben auch immer beide Schuld. Aber manchmal auch einer mehr als der andere. So war es beim Bundesliga-Gipfel am Samstagabend in Dortmund.

Das Spiel selbst war sehr fair. Die Fans beider Lager feierten zwischenzeitlich gemeinsam die Erfolge auf der europäischen Bühne und die Vormachtstellung ihrer Clubs in der Bundesliga. Am Spielfeldrand geriet jedoch die alte Feindschaft mit ihrem hässlichsten Gesicht völlig unnötig zum Vorschein. Wenn sich dieses im Finale der Champions League wiederholt, kann das den Aufschwung des deutschen Fußballs ernsthaft gefährden.

Der Auslöser waren mehrere Zweikämpfe zwischen Bayerns Rafinha und Dortmunds Außenstürmer Blaszczykowski. In der ersten Halbzeit stieg der Pole ruppig ein, nach rund einer Stunde revanchierte sich der Bayern-Verteidiger. Beinahe Allerweltsfouls, so könnte man sagen - zwei von vielen, also kaum der Rede wert.

Handelsblatt-Redakteur Thorsten Giersch Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Thorsten Giersch

Doch Rafinhas Grätsche passierte einen Meter vor Borussen-Coach Jürgen Klopp, der daraufhin wutentbrannt umhersprang und auch nach danach die Stimmung unnötig anheizte. Vor allem davon angestachelt folgten dann unsportliche Szenen von beiden Seiten. Der Bayern-Verteidiger traf den Dortmunder Stürmer nach einem Foul von ihm mit dem Ellbogen im Gesicht. Die Folge dieser Szene war unter anderem eine gelb-rote Karte für Rafinha.

Das bis dahin ansehnliche Spiel wurde so kaputt gemacht. Denn: Am Spielfeldrand gifteten sich vor allem Klopp und Bayerns Sport-Vorstand Matthias Sammer übel an. Der ehemalige Borusse wollte nicht zurückstecken. Wäre es um etwas gegangen, die Lage hätte auch auf dem Platz eskalieren können.

Im Finale der Champions League dürfen sich ähnliche Szenen aus mehreren Gründen nicht ansatzweise wiederholen. Der Motto muss lauten: Anzug an, die große Bühne beachten und sich der Welt als Sportsmänner präsentieren! Wie fatal wäre es, wenn die Millionen, vielleicht auch Milliarden Fußballfans im bedeutendsten Spiel dieses Jahres zwei deutsche Clubs erleben, die sich unsportlich angiften?

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Helge

05.05.2013, 15:56 Uhr

!. Frage Herr Giersch, haben Sie schon einmal selbst im Verein Fußball gespielt?
2. Frage, hat Ihnen der FCBayern eine VIP-Karte für das Endspiel in Aussicht gestellt?

Einige der Bayern-Spieler aus der sog. 2. Reihe war anzumerken, dass sie "Stammspielern" der Dortmunder gezielt verletzen wollten um deren Einsatz im Endspiel zu verhindern. Dabei tat sich der Herr Raphinia besonders hervor. Nur böse Zeitgenossen vermuten hier eine indirekte oder direkte Aufgabenstellung eines Herrn Sammer, über dessen Charakter sich trefflich streiten liesse. Dass sich die Spielweise einiger Bayern-Spieler, insbesondere die des Raphinia von der Seitenlinie, und aus der folgerichtigen Gefahrenerkennung durch den Trainer Klopp erschloss, konnte nur die Reaktion von Klopp nach sich ziehen. Und auch das war meiner Meinung nach von Sammer und seinen Helfershelfer beabsichtigt.
Die nicht zu überbietende Arroganz von Rummenige im anschliessenden TV-Interview hat das noch bestätigt. Hier tritt ein Verein namens Bayern-München in einer Art auf, der neben dem Einsatz von Abermillionen Euro jedes noch so dreckige Mittel Recht ist seine Ziele umzusetzen. Und das überträgt sich dann über die Mannschaft auch auf die Fans.
Dieser FC Bayern mag in dieser Saison zwar alle drei Titel gewinnen; die Begleitumstände sind dabei aber mehr als fragwürdig und können nur vor eingefleischten Fans gut geheissen werden. Dieser Verein sollte sich selbst hinterfragen ob er von der Vereinführung angefangen nicht der gesamten Bundesliga schadet; aber dazu ergehen sich dies durchweg arroganten Herren lieber in eitler Selbstgefälligkeit.
Ich bin weder Bayern noch Dortmund Fan (meine Sympathie gehört Mönchen-Gladbach) aber diese Bayern haben mit Anstand und Fairness nichts, aber auch gar nichts im Sinn.

Andi

06.05.2013, 07:37 Uhr

@Helge
Gerade sie als Gladbachfan wissen doch,dass auch Dortmund den abgebenden Verein nicht früh- bzw. Rechtzeitig informiert, wobei ich das in beiden Fällen in Ordnung und normal empfinde.
Die aktuellen Anfeindungen finde ich gerade von Seiten Watzke scheinheilig!
Das CL-Finale wird auch ein hoch emotionales Spiel aber das wollen wir doch.
Fußball lebt von Emotionen, wer das nicht abkann, soll zum Schach gehen
Ps. Ich gönne den Bayern das Tripple von ganzem Herzen

Account gelöscht!

06.05.2013, 08:53 Uhr

Auch in meinen Augen leider ein mangelhafter und nicht schlüssiger Kommentar.

Sie lassen das Durchsickern der Vollzugsmeldung des Transfers völlig außer Acht. Das war jedoch die viel problematischere Stillosigkeit.

Die Spieler vom FC Barcelona und Real Madrid gehen seit Mourinhos Verpflichtung aufeinander los, konnten das aber offensichtlich von ihrem Engagement in der Nationalelf trennen.

Meines Erachtens macht genau diese Emotionalität den Fussball aus. Vielleicht kommentieren Sie in Zukunft mal eine Oper oder ein Theaterstück.

Viele Grüße

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×