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17.02.2012

12:17 Uhr

Kommentar

Der Präsident tritt ab, es lebe der Präsident

VonOliver Stock

Christian Wulff macht mit seinem überfälligen Rücktritt den Weg frei für einen Nachfolger. Der braucht alles - aber kein Parteibuch.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online. Pablo Castagnola

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Christian Wulff ist Geschichte. Drei Minuten haben ausgereicht, um ein unwürdiges Schauspiel zu beenden, das schon viel zu lange gedauert hat. Seine Begründung, nicht mehr vom Vertrauen der Bürger getragen zu sein, ist richtig. Seine Analyse, deswegen keine Wirkungsmöglichkeit mehr zu erzielen, war überfällig. Wulff, der mit seiner Arbeit Deutschland dienen wollte, hat jetzt mit seinem Rücktritt dem Land den besten Dienst erwiesen.

Und nun? Die Staatskrise findet jedenfalls nicht statt. Es ist nicht die Regierung, die kippt, sondern es ist der Repräsentant dieses Landes. Er ist austauschbarer, zumal Christian Wulff es in den vergangen zwei Jahren nicht geschafft hat, diesem Amt seinen Stempel aufzudrücken.

Nun dürfen wir Ansprüche an einen Nachfolger formulieren. Sie sind zunächst geprägt von dem, was wir alles nicht mehr sehen möchten. Wichtigster Wunsch: Wir brauchen eine Person, die nicht angreifbar ist, weil sie mit Halbwahrheiten operiert. Wir brauchen einen Menschen an der Staatsspitze, der als Vorbild taugt und nicht als abschreckendes Beispiel dafür, wie jene wünschenswert engen Beziehungen zwischen Beziehung und Politik umschlagen in Vorteilsnahme im Amt.

Doch wir brauchen mehr. Deutschland ist das zunehmend umstrittene Machtzentrum in Europa. Unsere Nachbarn schauen mit wachsendem Misstrauen auf dieses Land, das als Anker der Stabilität in der Eurokrise so sehr an Einfluss gewonnen hat, das antideutsche Stimmungen an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig wächst innerhalb unsere Landes dass Misstrauen gegen das europäische Projekt, das mehr sichtbare Belastungen produziert, als dass es für Erleichterungen sorgt. Hier ist eine überzeugende Stimme gefragt, die nach innen und außen deutlich macht, warum Deutschland an Europa festhält, es sich auch etwas kosten lässt, ohne jedoch eine dominante Macht in Europa sein zu wollen.

Der Kandidat braucht also Integrationskraft, die nicht durch Parteigrenzen eingeschränkt ist. Die Kanzlerin hat zugesagt, nach einer solchen Person zu suchen. Sie weiß, dass genau das ihr am Ende sogar politisch mehr nutzen kann als der nächste Parteigänger im Amt des Präsidenten. Denn auch Merkel beginnt, an die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl zu denken. Aus heutiger Sicht ist eine Neuauflage einer großen Koalition eine denkbare Lösung. Ein Bundespräsident, der durch so eine große Koalition in der Bundesversammlung schon einmal gewählt wurde, könnte die politische Botschaft vermitteln, wohin die Reise nach 2013 geht.

Kommentare (83)

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Account gelöscht!

17.02.2012, 12:23 Uhr

Hallo
Ich bin überrascht, das jetzt alle so tun, als wäre es neu.
Die Deutsche Politik ist am Ende Ihres Lateins. Der Rücktritt von Wulf hätte schon längst kommen müssen, und Merkel hätte sich viel eher einmischen müssen. Aber nein, man lässt alles so laufen, ja nicht anecken. Jetzt heisst es abwarten wie es weiter geht, aber klar ist man beruhigt uns mit einer Bundespräsidentensuche, um von der großen Krise abzulenken. Thema Finanzkrise, die wir Deutschen ja meisterlich beherschen nach außenhin. Tatsache ist aber, das die Banken und Versicherungen nach wie vor Gelder schieben und der Steuerzahler nimmt das hin. Mein Vorschlag ist, setzt die Parteien alle ab und lasst das Volk neu entscheiden, um einen Neuanfang auch zu gewährleisten. Ich stelle mich auch zur Kandidatur als Bundespräsident, viel mus man da ja nicht machen außer aalglatt zu sein.

Joachim

17.02.2012, 12:24 Uhr

Das unwürdige Schauspiel wurde einzig und allein von gewissen Medien vollzogen.

Account gelöscht!

17.02.2012, 12:24 Uhr

Hallo
Ich bin überrascht, das jetzt alle so tun, als wäre es neu.
Die Deutsche Politik ist am Ende Ihres Lateins. Der Rücktritt von Wulf hätte schon längst kommen müssen, und Merkel hätte sich viel eher einmischen müssen. Aber nein, man lässt alles so laufen, ja nicht anecken. Jetzt heisst es abwarten wie es weiter geht, aber klar ist man beruhigt uns mit einer Bundespräsidentensuche, um von der großen Krise abzulenken. Thema Finanzkrise, die wir Deutschen ja meisterlich beherschen nach außenhin. Tatsache ist aber, das die Banken und Versicherungen nach wie vor Gelder schieben und der Steuerzahler nimmt das hin. Mein Vorschlag ist, setzt die Parteien alle ab und lasst das Volk neu entscheiden, um einen Neuanfang auch zu gewährleisten. Ich stelle mich auch zur Kandidatur als Bundespräsident, viel mus man da ja nicht machen außer aalglatt zu sein.

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