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21.04.2012

19:09 Uhr

Kommentar

Der Rösler-Effekt bleibt aus

VonDietmar Neuerer

Ob Philipp Rösler bei der Operation FDP-Rettung noch eine große Hilfe ist? Beim Karlsruher Parteitag hat er mit einer kämpferischen Rede versucht, der Basis Mut zu machen. Doch den Saal brachte ein Anderer zum Beben.

Dietmar Neuerer, Reporter im Berliner Büro des Handelsblatts. Pablo Castagnola

Dietmar Neuerer, Reporter im Berliner Büro des Handelsblatts.

Für die FDP geht es ums Überleben. Verliert sie die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, verschärft sich ihre Existenzkrise und die Parteiführung kommt gefährlich unter Druck. All das will Philipp Rösler verhindern. Denn es geht auch um seine politische Zukunft und seinen Verbleib an der Parteispitze. Beim Parteitag der Liberalen in Karlsruhe hatte der Niedersachse die Gelegenheit, seinen Parteifreunden  Mut zu machen. Doch das Delegiertentreffen stand auch im Zeichen einer Programmdebatte.

Rösler musste also plausibel machen, warum die FDP nicht sterben darf und gleichzeitig die neue programmatische Ausrichtung der Partei auf eine umfassende Wachstumspolitik erklären. Sicher, beides gehört untrennbar zusammen. Ohne das eine, gelingt nicht das andere. Doch Rösler ist es in seiner Rede nicht gelungen, daraus einen kompakten Weckruf zu generieren. Über 70 Minuten hat er gesprochen. Doch zeitweise wirkten seine Erläuterungen wie das kommentierte Vorlesungsverzeichnis einer kulturwissenschaftlichen Fakultät. Rösler spricht viel von Freiheit. Die FDP als Kraft der Freiheit, die FDP als Kraft der Mitte. Doch richtig packend ist das nicht.

Was die FDP umtreibt, ist die deprimierende Erkenntnis, dass es auch nach dem Wechsel des Vorsitzes von Guido Westerwelle zu Rösler nicht aufwärts geht. Dem Vorsitzenden ist das durchaus bewusst, doch ein Rettungskonzept hat er auch nicht. Stattdessen verheddert er sich immer wieder in Endlosschleifen, um der Basis seine Wachstumsstrategie zu erklären. Viele Delegierte wenden sich da schon gelangweilt ab, vertiefen sich in Zeitschriften oder surfen auf ihren Smartphones.

Beim Kameraschwenk ins Publikum werden auch Christian Lindner und der Kieler Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki erwischt, wie sie ihre Mails checken. Die haben schon vorher gesprochen. Und sie haben es dabei in aller Kürze geschafft, die Delegierten für sich einzunehmen. Wie Rösler spricht auch Lindner frei. Der beschränkt sich aber auf einfache, griffige Botschaften und unterlässt es, schwammige Begriffe in den Saal zu rufen.

Kommentare (22)

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21.04.2012, 19:21 Uhr

Warum schreit Rösler seine Wähler an ? Genau wie Frau Roth das immer tut mit hochrotem Kpf. Soll es heissen: "Brüllen kann ich noch" und auf wen soll das Eindruck machen ? Auf mich jedenfalls nicht. Im Gegenteil.

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21.04.2012, 19:30 Uhr

Wie Lindner die Probleme der Partei messerscharf analysiert und zugleich den politischen Gegner als unfähig abkanzelt, die richtige Politik für Deutschland zu machen, überzeugt die Delegierten, die seine Ausführungen teilweise mit tosendem Applaus goutieren.

man selbst hat probleme die anderen sind unfähig :-), jaja wie man sich doch alles schön reden kann.

Account gelöscht!

21.04.2012, 19:32 Uhr

Hallo FDP !

Und wo bleibt die Senkung des Spitzensteuersatzes und steuerliche Entlastung für Jahreseinkünfte > 1 Mio. Euro.

Wofür hab ich euch eigentlich gewählt ?

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