Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2013

18:57 Uhr

Kommentar

Deutsche Bank – die Bank der zwei Gesichter

VonPeter Köhler

Jürgen Fitschen und Anshu Jain führen die Deutsche Bank bis zum Jahr 2017 gemeinsam. Bis dahin muss die Doppelspitze schwere Herausforderungen meistern. Die Schatten der Vergangenheit legen sich auf ihre Erfolgsbilanz.

Anshu Jain (l) und Jürgen Fitschen: Die beiden Co-Chefs haben nahezu alles richtig gemacht – dennoch wird ihre Erfolgsbilanz stets von der Vergangenheit getrübt. Reuters

Anshu Jain (l) und Jürgen Fitschen: Die beiden Co-Chefs haben nahezu alles richtig gemacht – dennoch wird ihre Erfolgsbilanz stets von der Vergangenheit getrübt.

Das schafft nur die Deutsche Bank. Sie produzierte am Mittwoch an nur einem Tag im Minutentakt sowohl positive als auch negative Schlagzeilen. Das Führungsduo aus Jürgen Fitschen und Anshu Jain wird den Konzern bis 2017 führen – die Vertragsverlängerung für den gebürtigen Niedersachsen Fitschen stand zunächst auf der Habenseite.

Fast zeitgleich mit der offiziellen Mitteilung der Personalie erlitt das größte deutsche Geldhaus am Mittag dann aber vor dem Frankfurter Arbeitsgericht eine schwere Schlappe. Die vier geschassten Händler, die im Zuge der Affäre um angeblich manipulierte Referenzzinssätze vor die Tür gesetzt worden waren, hatten erfolgreich auf Wiedereinstellung geklagt.

Peter Köhler ist Bankenredakteur des Handelsblatts in Frankfurt. Pablo Castagnola

Peter Köhler ist Bankenredakteur des Handelsblatts in Frankfurt.

Der Tag ist symptomatisch für die Lage der Bank. Fitschen und Jain haben seit ihrem Amtsantritt im Juni 2012 nahezu alles richtig gemacht. Sie rauften sich zusammen, eine funktionierende Vernunftehe mit gegenseitigem Respekt und ohne Intrigen. Sie fahren Gewinne ein, haben das Kapitalpolster gestärkt und den Kulturwandel ernst genommen. Aber die Schatten der Vergangenheit legen sich in schöner Regelmäßigkeit auf die Erfolgsbilanz.

Rechtstreitigkeiten in den USA, die drohenden Strafzahlungen im Libor-Skandal und die Schadensersatzforderung der Erben des Medienunternehmers Leo Kirch werden noch für böse Überraschungen in der Bank sorgen. Die größten Herausforderungen kommen also erst noch. Deshalb ist es gut, dass Fitschen länger als ursprünglich geplant an Bord bleibt und dass seine Gesundheit mitspielt.

Wenn Jain in den kommenden vier Jahren keine größeren Blessuren aus der Aufarbeitung der Skandale davon trägt, dann wachsen seine Chancen, dass Haus auch alleine führen zu können.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.09.2013, 20:00 Uhr

alles richtig gemacht, dass ich nicht lache wo waren Sie Herr Köhler in den letzten 15 Jahren.
90 Prozent der Probleme welche die Deutsche Bank abarbeiten muss sind in der Verantwortung des Inders entstanden und Herr Fitschen hat alles mit abgenickt.
Im bildlichen Sinn könnte man sagen zuerst haben die beiden sich als Brandstifter betätigt und jetzt als Feuerwehrmänner.

Account gelöscht!

13.09.2013, 19:35 Uhr

@GORDONGECKO
Genau so ist es. Man könnte auch sagen: "Gauner spielen jetzt Polizei" Nach dem Motto: Haltet den Dieb.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×