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24.06.2014

15:45 Uhr

Kommentar

Die EU braucht eine Auszeit

VonThomas Ludwig

Albanien ist nun offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Das ist falsch. Denn die EU benötigt dringend eine Phase der Konsolidierung anstatt eine Erweiterung, die ihren inneren Zusammenhalt riskiert.

Grund zum Jubeln in Tirana: Albanien wird EU-Beitrittskandidat. Imago

Grund zum Jubeln in Tirana: Albanien wird EU-Beitrittskandidat.

BrüsselNachdem die Anti-Europäer bei den Europawahlen satte Gewinne eingefahren hatten, war sich die etablierte politische Klasse in der EU einig: Wolle man den Extremisten nicht das Feld überlassen, müssten die Bedürfnisse der Bürger wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Man dürfe die Menschen weder verprellen noch überfordern. „Wir haben verstanden!", lautete die Losung.

Einen Monat später sind solche Beteuerungen vergessen. Dafür steht der jüngste Vorstoß aus Brüssel und den nationalen Hauptstädten. Albanien ist jetzt offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.

Den entsprechenden Status haben die Europaminister der Mitgliedstaaten dem Balkanland an diesem Dienstag zugebilligt. Für die Albaner mag das ein lange ersehntes Signal sein, eine Anerkennung bisheriger Reformanstrengungen. Viele EU-Bürger dürften sich jedoch im falschen Film wähnen.

Denn nichts ist damit gewonnen, wenn die Gemeinschaft wächst und wächst, dabei aber ihren inneren Zusammenhalt riskiert und ihre Handlungsfähigkeit sowie ihre Gestaltungskraft einbüßt. Im Jahr sechs der Schulden- und Wirtschaftskrise hat die Union genug damit zu tun, die eigenen Fliehkräfte zu bändigen.

Davon zeugt einmal mehr das Gezerre um den künftigen Kommissionspräsidenten, das die Briten zum Anlass nehmen, wieder mal mit Austritt zu drohen. In der Vergangenheit mag es sich bewährt haben, Balkanstaaten eine klare Beitrittsperspektive zu geben und damit demokratische Veränderungen zu bewirken. In der Zukunft muss das aus Eigeninteresse der Gemeinschaft anders laufen.

Kommentare (8)

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24.06.2014, 15:51 Uhr

Wir haben verstanden?

Politiker wie z.B. Juncker verstehen nichts und denken nur an Ihren eigenen Geldbeutel (Volksreden halten etc.)!

Boykottiert Wahlen, boykottiert den Staat, boykottiert TTIP!

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24.06.2014, 16:05 Uhr

Sie haben natürlich gar nichts verstanden. Neue Mitgliedsstaaten bieten neue Möglichkeiten Bürger zu melken. Und ohne neue Schulden wäre die EU schon lange offiziell verstorben und mir ihr die Möglichkeit für wenige satte Gehälter zu erhalten.

Account gelöscht!

24.06.2014, 16:51 Uhr

Die Ignoranz mit der die EU-liten ihre kopflastige, unorganische evtl größenwahnsinnige Überdehnung & EU-Inflaton gegen den immer verständnisloser dreinblickenden Bürger durchpeitschen, scheint dem (wenig bewährten) Honecker-Muster "vorwärts immer, rückwärts nimmer" zu folgen. Dies dürfte alles andere als ein Zeichen der Stärke sein. Errinnert eher an ein verzweifeltes "All-in" der Brüssel-Pokerbande.

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