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07.02.2012

07:59 Uhr

Kommentar

Die Großbaustelle UBS

VonHolger Alich

Die Quartalszahlen der UBS darf man getrost als kleines Desaster bezeichnen. Die Schweizer Großbank befindet sich im Megaumbau – und es geht nur langsam voran. Die Aktionäre werden Geduld brauchen.

Holger Alich, Schweiz-Korrespondent des Handelsblattes. Pablo Castagnola

Holger Alich, Schweiz-Korrespondent des Handelsblattes.

Die Großbank UBS gleicht derzeit einer Großbaustelle: Das Investment-Banking soll massiv verkleinert werden, alle Konzernbereiche sollen sparen, strategisch will sich die Bank stärker auf die Vermögensverwaltung konzentrieren. Dieser Anpassungsprozess wird Zeit brauchen.

UBS hat noch einen weiten Weg vor sich, das Zeigen die Ergebnisse. Der Gewinn verfehlt im vierten Quartal mit nur 393 Millionen Franken ganz deutlich die Analysten-Erwartungen, die fast mit dem Doppelten gerechnet haben. Auf das Jahr gesehen ist die Abweichung weniger dramatisch: 4,2 statt die erwarteten 4,5 Milliarden Franken.

Größte Baustelle ist das Investment-Banking, das im zweiten Quartal in Folge Verluste schreibt und damit das Bank-Ergebnis belastet. UBS meldet zwar erste Erfolge beim Kostensenken, und auch, dass die Boni um ganze 40 Prozent gekürzt werden. Dennoch sinken die Kosten nicht so schnell wie die Einnahmen.

Die UBS in Zürich. Reuters, Sascha Rheker

Die UBS in Zürich.

Dieser Besorgnis erregende Trend gilt für die gesamte Bank. Im vierten Quartal steigt das Verhältnis aus Kosten zu Einnahmen um fast sieben Prozentpunkte und erreicht den Alarm-Wert von 90 Prozent. UBS wird wohl beim Personalabbau noch einmal drauflegen müssen, um die ausufernden Kosten in den Griff zu kriegen.

Die Investmentbank zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. Doch auch das Kerngeschäft, das Wealth Management, kämpft mit Problemen. Die Sparte hätte im vierten Quartal nur einen Minigewinn gezeigt, wäre dort nicht der Verkauf eines Wertpapierportfolios verbucht worden.

Die Marge bleibt unter Druck - und nichts lässt glauben, dass sich dieser Trend in den kommenden Quartalen verbessern wird. Angesichts der düsteren Aussichten bei den Einnahmen muss wohl auch die Vermögensverwaltung stärker abspecken.

Eine positive Note am Schluss: Die Affäre um den mutmaßlichen Betrugshändler Kweku Adoboli scheint das Kundenvertrauen nicht zu arg in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Indikator dafür ist, dass Kunden UBS weiterhin neue Gelder anvertrauen. 

 

Kommentare (1)

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Toto

07.02.2012, 16:26 Uhr

Der Kundenservice hat sich merklich verschlechtert. Als Auslaender fuehlt man sich fast schon als Kunde zweiter Klasse. Hinzu kommen voellig ueberzogene Gebuehren, die stetig durch neue ergaenzt werden. Allein dadurch, dass ich die Bank gewechselt habe, spare ich jaehrlich hunderte von Euro. Ich habe meine Zweifel, dass die UBS das auf Dauer durchhaelt.

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