Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.11.2012

10:19 Uhr

Kommentar

Die Macht hat, wer das Geld hat

Die Europäer fordern von den Amerikanern, es ihnen gleich zu tun in Sachen Bankenregulierung. Doch was bitteschön heißt das? Europa selbst beschreitet bei der Regulierung alles andere als einen klaren Weg.

Frank Wiebe

Der Autor

Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Wer hat bei Fragen der Bankenregulierung und der Finanzaufsicht letztlich das Sagen? Die Antwort liegt nahe: Die Macht hat, wer das Geld hat – also die nationalen Regierungen. Denn bisher sind sie es allein, die im Zweifel eine angeschlagene Bank auffangen können und auch müssen.

Daher ist zweierlei geboten: sich immer weiter um einen möglichst breiten Konsens in diesen Fragen zu bemühen. Und nie aus den Augen zu verlieren, dass Regulierungsfragen bis auf weiteres nationale Fragen bleiben. Der Hinweis darauf, was andere tun oder lassen, ist untauglich, um sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen. Letztlich muss immer noch die deutsche Regierung dafür sorgen, dass die deutschen Banken ordentlich funktionieren - unabhängig davon, was die Amerikaner oder andere Europäer tun. Das gilt auch und gerade für das neue Regelwerk "Basel "III", das die Banken über höhere Eigenkapitalpolster sicherer machen soll.

Die Europäer vermuten, dass in den USA die neuerliche Verschiebung des Regelwerks wieder zu dem führt, was sie schon mit dem Vorgänger "Basel II" erlebt haben: Die Amerikaner diskutieren und beschließen die neuen Regeln, setzen sie aber nur so weit um, wie es für ihre Banken gerade passend erscheint.

Die Sorge ist berechtigt. Dennoch sollten sich die Europäer nicht beirren lassen und beim Zeitplan für "Basel III" bleiben. Damit auch die Nachzügler jenseits des Atlantiks aufschließen, müssen die Bankenaufseher dafür sorgen, dass auch die Auslandstöchter amerikanischer Banken die neuen Regeln einhalten. Dann wächst automatisch der Druck auch auf die Mutterkonzerne.

Allerdings haben auch die Amerikaner Grund, verwirrt zu sein, wenn sie auf Europa blicken. Die Europäer haben es viel stärker als die Amerikaner versäumt, die Bilanzen ihrer Banken zu sanieren. Außerdem inszenieren sie in der Finanzaufsicht ein Verwirrspiel ohnegleichen: Sie soll europaweit zusammengefasst werden, aber nicht etwa bei der Aufsicht Eba, die vor einigen Jahren extra zu diesem Zwecke geschaffen worden ist, sondern bei der Europäischen Zentralbank (EZB).

Und erst nachdem der Zug Richtung EZB schon abgefahren ist, melden die Deutschen jede Menge Bedenken an. Wer als amerikanischer Investor nach Europa schaut, hat den Eindruck, dass dort niemand wirklich zuständig ist. Warum sollen die Amerikaner sich vorhalten lassen, dass sie die Regeln, nach denen die Aufsicht arbeitet, nicht schnell genug umsetzen?

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sailing

13.11.2012, 12:59 Uhr

der Schlüssel zur Krisenbewältigung liegt bei den Banken.

Solange sich die Politik von diesen am Nasenring durch den Ring treiben läßt wird sich nichts ändern.

Siehe die letzten 5 Jahre (nur "kosmetische Arbeiten" wurde vollzogen)

Account gelöscht!

14.11.2012, 15:20 Uhr

Hallo Herr Wiebe,

warum nicht mal etwas radikal neues probieren?
Und zwar so:

Warum zwingt man eigentlich nicht ALLE Banken dieser Welt
dazu, ihre Transaktionen offen zulegen bzw.in einem zugegeben
gigantischen Rechner einzustellen?
Ein paralleler Datentransfer. Technisch beherrschbar.
Eine Frage der Kosten/Nutzen Analyse.
Und wer glaubt bitte,dass der weltweite E-mail Verkehr nicht
überwacht wird,stündlich,minütlich,sekündlich?

Natürlich würden sich die Banken wehren mit allen ihnen zur
Verfügung stehenden Mitteln.
Das haben jedoch die Schweizer Banken auch gemacht, als
ihnen die US-amerikanischen Behörden richtig auf die Füsse
gestigen sind, und was war das Ergebnis?

Was im high-speed-Handel an den Börsen funktioniert, muss ja
anders herum möglich sein.
Man holt sich die Software-Ingenieure und fertig.
Weiter gedacht hat man eine ziemlich große Anzahl von Daten.
Das macht aber nichts, kann man technisch lösen.

Dann wird die Software gebaut dazu.
Leute die das können gibt es vermutlich viele
Man muss nur vorher festlegen was man erreichen möchte.
Dann gibt es die Aufgabe, wie bewerte ich diese Daten
Wie mache ich einen Abgleich mit meinen Zielen die ich erreichen möchte.
Es gibt da dieses Genie,Nate Silver, der kann das, ein Mann bei der NYT,hat grandiose Vorhersagen gegeben, bei den US-Wahlen Block 538
mit einem entsprechenden Team ganz sicher.
Auf der anderen Seite haben wir die Daten der Bürger und Firmen
die ihre Steuererklärungen abgeben.
Das könnte schwierig werden, weil ja jedes Land/Staat seine eigenen Gesetze hat.
Einfach angenommen, das würde weltweit harmonisiert.
Zugegeben, kein Wettbewerb mehr, aber für wen wäre
das schlimm, für die Menschen?
Oder für die Politiker, die nicht mehr „gestalten“können?
Bloß nicht bei der UNO, da würde das Jahrhunderte dauern.
Und sorry, ohne Ökonomen und Soziologen!
Mir schwebt eher das Modell Vatikan vor. Bei der Papstwahl.
Einsperren und einigen, fertig.
Schon der Zeit wegen, ist ja eine Utopie.















Account gelöscht!

14.11.2012, 15:23 Uhr

2. Fortsetzung

Dann habe ich zwei Datenstränge die ich miteinander vergleiche.
Am Ende steht dann das Ergebnis, transparent vorhanden.
Es würde sehr schwierig zu schummeln oder zu betrügen
Aber der Sumpf wäre ausgetrocknet.
Zum Nutzen der weltweiten Gesellschaft.
Zu Lasten der Betrüger und Abzocker.
Und zum absoluten Supergau der Datenschützer,
gebe ich zu!!
Aber wäre es nicht erstrebenswert?
Wenn man die Schlüsse daraus ziehen möchte,
was gilt es zu schützen.
Die Daten, die Banken, die Transaktionen, die Datenschützer,
die Politiker, den Vatikan(wegen Plagiatsvorwurf)
die Abzocker und Steuerbetrüger?
Die Reichen oder die Armen?
Die Reichen würden ja reich bleiben.
Nicht alle klar, aber so what?
Wären nur etwas weniger reich vielleicht.
Oder die Menschen auf dem Planeten
Was nutzt es, wenn Kinder in Afrika oder sonst wo
verhungern, weil wir Datenschutz haben?
Wo ist die Moral, bei den Kindern oder dem Datenschutz.
Welches ist das höhere Gut?
Wünschen würde ich mir Beides.
Und sorry Leute, macht facebook oder Apple wirklich etwas anderes?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×