Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2012

09:27 Uhr

Kommentar

Die Solarförderung muss intelligenter werden

VonFelix Matthes

Debatten über die Photovoltaik in Deutschland gibt es genug. Doch tief genug gehen sie nicht. Das System zur Finanzierung von Solarstrom sollte nicht abgeschafft, sondern intelligenter und flexibler werden.

Felix Matthes ist Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik des Öko-Instituts in Berlin. PR

Felix Matthes ist Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik des Öko-Instituts in Berlin.

Die Diskussionen über die Förderung der Photovoltaik greifen zu kurz. Statt das bisherige System abzuschaffen oder massiv einzuschränken, sollten wir es intelligenter und flexibler machen sowie eine stärker als bisher am Markt orientierte Förderung ermöglichen.

Die Förderung der Photovoltaik in Deutschland hat in den vergangenen Jahren schon zu kaum vorstellbaren Kostensenkungen geführt – allein in den letzten fünf Jahren um nahezu 60 Prozent! Profitiert haben davon auch Schwellen- und Entwicklungsländer.

Auf der anderen Seite zeigen sich die Grenzen des bisherigen Förderinstrumentariums, das auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beruht. Die Anpassung der Garantiepreise hat mit den Preissenkungen der Photovoltaik nicht Schritt gehalten, es ist zu massiven Überförderungen gekommen.

Nun gibt es einerseits Bestrebungen, den bisherigen Fördermechanismus ganz abzuschaffen. Andererseits taucht die Forderung auf, die Rolle der Photovoltaik einzuschränken: Da sich die Erzeugung von Solarstrom auf die Mittagsstunden konzentriert, sollte der Ausbau entsprechend begrenzt werden. So hat sich ein politischer Unterbietungswettbewerb entwickelt – mit dem Ziel, die Förderung von Solarstrom möglichst weitgehend einzuschränken. Nach Erreichen eines bestimmten Deckels solle die Förderung für den Rest des Jahres oder sogar noch längere Zeiträume ausgesetzt werden, heißt es.

Sinnvoll ist aber weder die grundsätzliche Abschaffung des bisherigen Förderinstrumentariums noch die Umstellung auf eine Deckelung. Beides würde den Ausbau der erneuerbaren Energien um Jahre zurückwerfen. Das mühsam hergestellte Vertrauen der Investoren würde zerstört.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

IRR

19.02.2012, 09:51 Uhr

Photovoltaik rentiert sich doch gar nicht bei uns in Deutschland. Es scheint die Sonne viel zu wenig. Vor Allem im Winter.
Ausserdem lässt die Wirkung der Anlagen nach ein paar Jahren nach.
Es sollte lieber das Geld in die Förderung neuer Techniken gesteckt werden.
Man muss auch Fehler zugeben können und daraus lernen. Leider schaffen das die meisten Politiker nicht.

Account gelöscht!

19.02.2012, 09:53 Uhr

Schön wär´s! Wer investiert in ein (immer noch) hochpreisiges Objekt, wenn die Vergütungen monatlich variabel sind?

vandale

19.02.2012, 09:55 Uhr

Die Sonneneinstrahlung auf diesem Planeten ist unzureichend um für eine industrielle Stromerzeugung genutzt zu werden. Abseits der Wüsten ist die Stromereugung durch Wolkenbedeckung und Schnee auch zu unstetig. Die Solarmodule mögen noch etwas preiswerter werden, allerdings werden die Kosten für die Installation, Wechselrichter und Anschluss an das Netz nicht günstiger werden. Selbst bei einem Modulpreis von 0 kann die Solarenergie nicht mit modernen Grosskraftwerken in den Wettbewerb treten.

Aktuell wird mit extremen Subventionen ein weitgehend wertloser Zufallsstrom produziert. Sehr wahrscheinlich bedarf es mehr Energie Solarstrom zu erzeugen als diese je ereugen.

Ich nehme an, dass der Autor die Subventionen, anstatt diese zu grossen Teilen nach China fliessen zu lassen, in die Taschen Deutscher Solarunternehmer fliessen lassen möchte. Diese betreiben wiederum eine sehr intensive Medien- und Politikpflege, wovon auch Zeitungen und Zeitschriften profitieren.

Eine intelligente "Förderung" wäre aus meiner Sicht, dass die Oekogläubigen ihre religiösen Monumente selbst bezahlen und nicht über allgemeine Abgaben und Steuern auch von Ungläubigen bezahlt erhalten. Aus Umweltschutzgründen wäre es sinnvoll anstelle der Solarmodule, gemustertes blaues Glas auf die Häuserdächer zu montieren. Die Kosten wären geringer, die Gläubigen könnten den Unsinn genauso anbeten.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×