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22.09.2013

18:38 Uhr

Kommentar

Die Volkskanzlerin

VonOliver Stock

Angela Merkel führt die Union auf Volkspartei-Niveau. Wenn es nicht für die absolute Mehrheit reicht, steht nur eine gedemütigte SPD als Regierungspartner bereit.

Oliver Stock

Oliver Stock, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts

Die Volkspartei ist zurück. Seit 20 Jahren totgeglaubt, runtergeschrieben, niedergeredet – heute wieder auferstanden: Die CDU/CSU hat mit einem Ergebnis deutlich oberhalb von 40 Prozent ein Ergebnis eingefahren, das an Kohl‘sche Dimensionen herankommt. An die Zeit der frühen neunziger Jahre, als Deutschland sich gerade erst daran gewöhnt hatte, dass zu den drei gesetzten Parteien mit den Grünen eine vierte hinzugekommen war. Das Ergebnis ist der eindeutige Auftrag an die Kanzlerin, weiterzumachen – lange Zeit schien sogar eine absolute Mehrheit der Union in Reichweite.

So muss sich Merkel einen Bündnispartner suchen. Die Antwort auf die Frage, mit wem sie koaliert, liegt nahe: Sie ergibt sich weniger aus dem Wählerwillen als aus der politischen Schnittmenge, die die CDU mit ihren möglichen Koalitionspartnern hat. Da die FDP nicht mehr im Bundestag sitzt, wären SPD und Grüne die denkbaren Bündnispartner. Die Grünen jedoch hatten Steuererhöhungen zum Kernthema gemacht. Wenn sie darauf verzichten, verlieren sie bei ihren Wählern weiter an Glaubwürdigkeit. Das Ergebnis von heute Abend ist bereits ein Denkzettel. Mit ihnen dürfte es also aus Unionssicht nichts werden.

Bleibt die SPD – und die öffnet bereits die Türen: Ihre Spitzen aus der zweiten Reihe, nicht Steinbrück und nicht Gabriel, aber sehr wohl Andrea Nahles und Thomas Oppermann zeigten sich seit kurz nach 18 Uhr gesprächsbereit. Deutschland könnte damit auf eine große Koalition zusteuern. Bleibt es dabei, werden Erinnerungen an die erste Legislaturperiode von Angela Merkel wach. Die Zeit war nicht die schlechteste.

Kommentare (5)

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Freidenker

22.09.2013, 20:34 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Fries

22.09.2013, 20:40 Uhr

Das Handelsblatt hat für diesen Wahlausgang auch einen nicht unwesentlichen Teil beigetragen und somit Stellung bezogen in einer Zeit der Neuorientierung!

Freidenker

22.09.2013, 22:33 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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