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03.01.2012

17:44 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi lächelt. AFP

EZB-Präsident Mario Draghi lächelt.

Kommentar

Draghi beweist glückliches Händchen

VonMartin Dowideit

Der renommierte Posten des Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank geht überraschend an den Belgier Peter Praet. Auch der vermeintlich aussichtsreichste Kandidat Jörg Asmussen kommt dabei nicht zu kurz.

EZB-Präsident Mario Draghi hat ein salomonisches Urteil gefällt. Mit der Aufgabenverteilung im Direktorium der Europäischen Zentralbank sollte er es geschafft haben, den Unmut in der französischen und der deutschen Regierung in Grenzen zu halten. Denn beide Länder hatten sich Hoffnungen gemacht, dass ihre Kandidaten den Posten des Chefvolkswirts einnehmen könnten. Denn dass jetzt weder Jörg Asmussen noch Benoît Coeuré zum Zuge kommen, ist keinesfalls eine Verlegenheitslösung.

Der in Deutschland geborene Belgier Peter Praet kann mit Erfahrung und akademischer Kompetenz überzeugen. Auch wenn er als geldpolitische Taube gilt, die im Zweifelsfall auch eine höhere Inflation duldet, muss dies nicht gleich eine Kehrtwende in der EZB-Politik bedeuten.

Peter Praet im Porträt: Mann der leisen Töne mit viel Einfluss

Peter Praet im Porträt

Mann der leisen Töne mit viel Einfluss

Ihn hatte im Rennen um den Posten als EZB-Chefvolkswirt keiner auf der Rechnung. Oft war Peter Praet bei der Vergabe von Ämtern in der Europäischen Zentralbank leer ausgegangen. Bis jetzt. Ein Porträt.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, einem Verfechter des strikten Inflationsziels von knapp unter zwei Prozent, könnte eher Kopfschmerzen bereiten, dass jetzt Coeuré ab März die Marktabteilung der EZB verantwortet und damit auch den Kauf von Staatsanleihen. Denn im Tagesgeschäft wird er maßgeblich beeinflussen können, welche Papiere die Notenbanken in die Bücher nehmen, um die Schuldenkrise zu entschärfen.

Für den deutschen Senkrechtstarter Jörg Asmussen bleibt das Amt des „Außenministers“ der EZB. Auf das Abstellgleis ist er damit keineswegs geschickt. Schließlich gibt es in Zeiten von Rettungsprogrammen und Troika-Reisen zur Haushaltsüberwachung immense Aufgaben auf diesem Gebiet. Seine Kontakte aus der Zeit als Finanzstaatssekretär im Finanzministerium werden ihm dabei behilflich sein. Er muss jedoch aufpassen, nicht als Überbringer von schlechten Nachrichten in Verruf gebracht zu werden.

Kommentare (6)

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otto15

03.01.2012, 18:24 Uhr

Die schludrigen Kommentare sind schwer zu ertragen. Die Schuldenkrise wird nicht durch den Ankauf von Staatsanleihen entschärft.

realistic

03.01.2012, 19:08 Uhr

Lieber Herr Dowideit,
ich habe mich selten über einen deratig unqualifizierten Kommentar geärgert, da er inhaltlich flach ist und die wesentlichen Aspekte überhaupt nicht reflektiert.
Wir leben in einer EU, in der - fatalerweise - die EZB, seit Target2-Konzept, als förderalistische Institution ausgeprägt wurde. Hier bestimmen Nehmerländer über die Geberländer und das per Kopfstimmrecht! Da fällt mir nichts mehr ein. Ich gehe ja auch nicht zur Bank und sage zu welchem Zinssatz ich wieviel Kredit erhalten möchte. Und nicht die Bank darf darüber entscheiden, sondern ich selber mit meiner Familie und jeder ja ein Stimmrecht. Sehr witzig, genau das passiert in der EZB. Könnte es sein, dass die vielen Nehmerländer andere Interessen hat, als die 5 Geberländer?
Nachdem fatalen Fehler "Draghi" werden nun weitere gemacht und was wird nun passieren? Es wird massig Geld gedruckt, um den Euro zu "retten". Toll, dass man eine Währung retten muss, wobei es es sich nur um ein Glaubenspapier handelt. Die Transferunion wird über die EZB-Hintertür eingeführt oder ist dies bereits. Toll, dass deutsche Politiker keine deutschen Interessen mehr vertreten und so viel hochqualifiziertes Personal entsendet und dann in "extrem wichtige" Funktionen. Enttäuschend, dass die Kommentare des HB so flach sind.

Account gelöscht!

03.01.2012, 20:45 Uhr

Es wird Zeit sich einen Acker zuzulegen.

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