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10.04.2012

02:11 Uhr

Kommentar

Dreht das Silicon Valley jetzt völlig durch?

VonAxel Postinett

Eine Milliarde legt Facebook für die Fotoapp Instagram hin. Eine Milliarde Dollar für ein Mini-Unternehmen ohne Gewinn. Einige warnen vor einer neuen Internetblase.

Facebook schluckt Instagram

Video: Facebook schluckt Instagram

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San FranciscoDreht das Silicon Valley jetzt völlig durch? Eine Milliarde Dollar zahlt Facebook-Chef Mark Zuckerberg für eine kaum zwei Jahre alte Firma aus San Francisco mit dreizehn Angestellten und ohne Umsatz. Ihr einziges bekanntes Produkt ist Instagram, eine kleine App, eine Software, mit der man Fotos aufhübschen und mit anderen Instagram-Nutzern oder Freunden teilen kann. Ein kleiner Filter hier, ein witziger Rahmen da. Nett, aber eine Milliarde Dollar wert?

Ja, zumindest für Facebook. Denn für weniger war Instagram wahrscheinlich gar nicht mehr zu bekommen und Zuckerberg musste mehrere Probleme auf einmal lösen. Der Zukauf zementiert seine bröckelnde Vormachtstellung beim mobilen Bilder-Upload wieder und stärkt das mobile Internet, Facebooks offene Flanke. Was nicht vergessen werden darf: hinter der App steht eine komplexe Software-Plattform, ein hoch skalierbarer Cloud-Service, fix und fertig für den Einsatz.

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Für rund eine Milliarde Dollar will Facebook sich den Internet-Fotodienst Instagram einverleiben.

Unternehmen nutzen Instagram bereits um Foto-Wettbewerbe für ihre Kunden abzuhalten. Die Facebook-Werbekunden werden diese Erweiterung ihrer Reichweite lieben. Das ist die Geschichte für den kommenden Börsengang, die noch gefehlt hat. Die Hau-Ruck-Milliardenakquisition zu diesem Zeitpunkt ist das klare Eingeständnis, dass der Börsengang ohne eine sichtbare Mobil-Strategie kaum zu verkaufen gewesen wäre.

Jedenfalls nicht mit einer angestrebten Unternehmensbewertung von 100 Milliarden Dollar. Wenn Zuckerberg dieses Problem nun mit einem Hundertstel des erhofften Werts gelöst hat, dann war es ohnehin nicht zu viel.

Instagram-Bilder finden sich zudem sehr oft auf Diensten wie Twitter oder Tumblr – Zuckerberg erweitert somit seinen Zugriff auf diese konkurrierenden Netzwerke. Und wahrscheinlich hat er quasi so nebenbei seinen größten potenziellen Konkurrenten ausgeschaltet, bevor er zu gefährlich werden konnte. Auch dafür ist eine Milliarde gut angelegt.

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Denn Instagram, die einstige Foto-App, war längst auf dem Weg ein komplettes Social-Network wie Facebook zu werden. Aufgebaut rund um Bilder, entstand hier ein gefährlicher Gegner im mobilen Internet. Viele Instagram-Nutzer wählen genau deshalb diesen Dienst: Sie wollen unabhängig von Facebook Bilder mit ihren Instagram-Freunden teilen und diskutieren. Zuckerberg hat dieses Problem nun für sich gelöst.

Er bekommt die beliebten Instagram-Filter und Funktionen für sich und wenn die Instagram-Gemeinde weiter wächst – auch gut. Sie gehört ja bald ihm. Wenn nicht? Um so besser: Nur Stunden nach der Bekanntgabe des Deals meldet Mashable.com eine Überlastung des Dienstes durch einen Massenexodus von Kunden, die ihre Fotos sichern und dann löschen wollen.

Kommentare (5)

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Einanderer

10.04.2012, 08:32 Uhr

An die flüchtenden User denkt wie üblich keiner. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Verlust an Markt-Angebot!

Ein_Liberaler

10.04.2012, 10:08 Uhr

Warum hoffen Sie mit Zuckerberg? Der hat doch durch Vor-verkäufe von Firmenanteilen schon durchaus ausgesorgt und muss keinen Tag seines Lebens mehr arbeiten. Der Kauf ist wettbewerbsrechtlich bedenklich. Facebook hat eine extrem marktstarke Stellung und baut diese nun weiter aus. Wo ist für die Nutzer die Alternative, wo sie im Gegensatz zu "timeline" nicht dauerhaft mehr an Daten preisgeben müssen, als sie wollen? Instagramm kann es jetzt nicht mehr werden.

waster

10.04.2012, 12:08 Uhr

1% Dividende weniger. Naja, wer facebook kauft, denkt wahrscheinlich nicht in Peanuts...

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