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21.04.2012

15:55 Uhr

Kommentar

Ein globales Beben geht durch die Weltwirtschaft

VonJim O'Neill

Die Balance der Weltwirtschaft wird sich komplett verschieben - meint Goldman-Sachs-Starökonom Jim O'Neill. Der Aufstieg der neuen Wachstumsmärkte führe zu einem neuen Kräfteverhältnis auf den globalen Märkten.

Jim O'Neill ist Chairman von Goldman Sachs Asset Management. Reuters

Jim O'Neill ist Chairman von Goldman Sachs Asset Management.

Wir glauben, dass sich die ökonomische Balance der Weltwirtschaft in den nächsten Jahren fundamental verändern wird. Der Aufstieg der neuen Wachstumsmärkte, den wir derzeit beobachten, führt dort zu immensen Wohlstandsgewinnen und zu einem völlig neuen Kräfteverhältnis auf den globalen Märkten.

Einige einfache Zahlenbeispiele: Nach Berechnungen des volkswirtschaftlichen Research von Goldman Sachs werden im Jahr 2050 die fünf größten Volkswirtschaften der Welt aus den vier Bric-Ländern Brasilien, Russland, Indien, China sowie den USA bestehen. Die „Next-11-Länder“, bestehend aus Mexiko, Korea, Indonesien, Türkei, Iran, Ägypten, Nigeria, Bangladesch, Pakistan, Philippinen und Vietnam werden dann gemeinsam ein höheres Bruttosozialprodukt erzielen als die USA; ihr vereintes BIP wird sogar doppelt so hoch wie das von Europa sein.

Diese Zahlen zeigen eine der größten Verschiebungen in der Balance der weltwirtschaftlichen Kräfteverhältnisse: weg von der bislang geltenden ökonomischen Dominanz der G7-Länder hin zu den dynamisch wachsenden Volkswirtschaften in Asien. Um den Wachstumsprozess zu verstehen, ist es hilfreich, die wichtigsten Kräfte hinter dieser Entwicklung etwas genauer zu betrachten.

Einer der großen Treiber für die Transformation auf den Weltmärkten ist das zu erwartende hohe durchschnittliche Weltwirtschaftswachstum. Es dürfte zum Ende dieses Jahrzehnts bei durchschnittlich 4,3 Prozent liegen. Dieses Wachstumsniveau ist deutlich höher als in den vergangenen 30 Jahren. Die Stärke der vier Bric-Staaten und der anderen Wachstumsmärkte ist unserer Erwartung nach der Treibriemen für diese starke weltwirtschaftliche Aktivität.

Kommentare (10)

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LSE_Stud

21.04.2012, 17:36 Uhr

Zu einem ähnlichen Ergebnis wie Jim O'Neill kommt auch der Bestsellerautor Mark Steyn in einem sehr interessanten Interview.

Ein Mittschnitt dieses Gesprächs findet man unter dem folgenden Link:
http://www.youtube.com/watch?v=CQELHJx8Vf0

Account gelöscht!

21.04.2012, 20:21 Uhr

Diese Studie ist mir zu mathematisch extrapoliert.
Da haben irgendwelche Mathematiker irgendwelche Wachstumsdaten und Bevölkerungsdaten hochgerechnet.

Ich möchte wetten, dass 2050 von den Next11 mindestens 2 nicht dabei sind, und vielleicht oder auch nicht durch andere Länder ersetzt werden.
Nur 2 Gedankenmodelle:
1) Wie soll Mexico dieses Wachstum schaffen, wenn es nur durch Korruption und Drogenkartelle regiert wird ?
2) Wie soll Russland dieses Pro Kopf Einkommen erreichen,
wenn nur wenige Oligarchen die fette Kohle mit dem Oel machen, Putin es aber versaeumt einen Staat aufzubauen, der allen etwas gibt ?

Die Goldman Sachsstudie hat viele eklatante Schwaechen, allein die Aussage, dass sich das Schwergewicht nach Asien und zu den kleinen, wie immer die dann heissen moegen, verschieben wird - dieser Aussage stimme ich voll und ganz zu...

Account gelöscht!

21.04.2012, 21:58 Uhr

nun, die Tendenz ist zutreffend, die Details verdienen mehrere Fragezeichen.

Nur ein Beispiel: Ägypten?? Dort wartet man schon seit 2000 Jahren auf einen Aufschwung.

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