Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2012

11:02 Uhr

Kommentar

Eine neue Hürde für den Luftverkehr

VonJens Koenen

Am Frankfurter Flughafen wird es nachts keine Starts und Landungen geben. Das freut die Bürger und trifft die Unternehmen vor Ort. Das Verbot von Nachtflügen wird aber auch bundesweit Folgen haben

Am Frankfurter Flughafen gibt es bald keine nächtliche Starts und Landungen  mehr. dpa

Am Frankfurter Flughafen gibt es bald keine nächtliche Starts und Landungen mehr.

Nun steht es also unverrückbar fest. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt bleiben zwischen 23 und fünf Uhr die Lichter aus. Ist das jetzt schlimm? Auf den ersten Blick nicht. Die Betroffenen, allen voran die Frachttochter von Lufthansa, LH Cargo, hat eine solche Entscheidung trotz der Klagen über Umsatzausfälle längst adaptiert. Die lärmgeplagten Bürger wiederum haben wie erwartet höchstrichterlich bescheinigt bekommen, dass die Politik nicht alles mit ihnen machen kann.

Und doch hat es das Leipziger Urteil in sich. Der Bundesverwaltungsgerichtshof ist die höchste deutsche Instanz für solche Verfahren. Das Urteil ist nicht nur eine Einzelfallentscheidung, es setzt die Maßstäbe für sämtliche Ausbaupläne der Zukunft. In München, wo derzeit eine dritte Bahn in der Diskussion ist, wird man sich die Details Entscheidung des Richters sehr genau anschauen müssen.

Jens Koenen ist Unternehmens-Redakteur in Frankfurt. Bernd Roselieb

Jens Koenen ist Unternehmens-Redakteur in Frankfurt.

Auch wenn die offizielle Urteilsbegründung noch nicht vorliegt, klar ist heute schon: Für künftige Flughafen-Projekte in Deutschland gelten harte Auflagen. Wirtschafte Bedeutung und Größe sind kein Grund mehr dafür, die Nachtruhe zu stören. Das wird selbst an den Flughäfen, an denen kein Ausbau geplant ist, Folgen haben.

Der Flughafen Köln-Bonn etwa liegt wie Frankfurt in einem bevölkerungsreichen Ballungsraum. Derzeit darf dort nachts geflogen werden. Aber steht diese Betriebserlaubnis nach dem Leipziger Urteil noch auf sicherem Boden?

Man darf gespannt sein, wie stark das Thema in den aktuellen Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen einfließen und wie sich eine neue Landesregierung in Sachen Nachtflugverbot positionieren wird.

Fest steht nur: Das Urteil zu Frankfurt betrifft die gesamte deutsche Luftfahrt. Es wird für sie noch einmal schwerer werden, mit dem ausländischen Wettbewerb mithalten zu können.

Nachtflugverbot: Mehr Reden, weniger Wut

Video: Nachtflugverbot: Mehr Reden, weniger Wut

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Antijuncker

04.04.2012, 11:47 Uhr

Fein, das reduziert den Radius der LH fast einschliesslich auf Europaflüge. Wie soll man Flüge nach/aus HongKong oder Rio so koordinieren, dass weder Start noch Landung in die 23-05 Zeitspanne fallen können? Konkurrenz in der Nachbarschaft wird sich freuen können.

melancholiker

04.04.2012, 12:10 Uhr

wenn es den eseln zu wohl geht - gehen sie aufs eis.
unser grün - rot eingefärbter richterstand regelt unseren ökotransformationsprozeß.
die frage ist für mich: wann wird aus der kumulation der vielen kleinen schritte wie atom ausstieg, gentechnologie, chlortechnologie, embryonaltechnologie usw. der supergau.

Ruhe

04.04.2012, 13:00 Uhr

Wenn jetzt Kerosin noch genauso besteuert wird, wie Autobenzin würde sich die Diskussion um Nachtflüge ohnehin erledigen. Fliegen ist viel zu billig. Flüge innerhalb von Deutschland müssten mit eienr Pauschalen Ökoabgabe so teuer werden, dass sich selbst die wichtigsten Geschäftsleute überlegen nicht vielelicht doch mal mit der Bahn zu fahren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×