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28.03.2012

16:32 Uhr

Kommentar

Eine Second-best-Frau als Grüne-Spitzenkandidatin ist überflüssig

VonBarbara Gillmann

Laut einer neuen Umfrage wünschen sich die meisten Wähler, dass Jürgen Trittin die Grünen in die Bundestagswahl führt. Doch die Partei will lieber ein Führungsquartett ins Rennen schicken. Das ist überflüssig.

Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth und der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin. dpa

Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth und der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin.

Die neuste Umfrage zu den Grünen  illustriert aufs Schönste das Personal-Dilemma, in dem  die Ökopartei steckt - und wohl bis zur Bundestagswahl stecken wird. Fraktionschef Jürgen Trittin gilt nicht nur in den eigenen Reihen als der „starke Mann“, auch in der Bevölkerung glaubt die Mehrheit, dass er der Richtige ist, die Grünen in die Wahlkampf zu führen. Es ist aber nur eine relative Mehrheit und eine kleine dazu: Gerade mal 24 Prozent votierten bei der Forsa-Umfrage für den vom linken Fundamentalisten zum staatstragenden Realpolitiker gewendeten Trittin.    

Seine Konkurrenten  rangieren gleichwohl abgeschlagen: Für Co-Fraktionschefin Renate Künast votierten 17 Prozent, knapp dahinter rangiert Parteichef Cem Özdemir mit 16 Prozent und auf dem letzten Platz Co-Parteichefin Claudia Roth. Die allergrößte Gruppe - 29 Prozent – konnte sich angesichts des grünen Personalallerlei für keinen aus dem Führungsquartett entscheiden.

Das hilft der Partei, die derzeit um die Spitzenkandidatur für die Wahl streitet, kaum weiter. Trittin ist der beste, aber weit entfernt vom Status des „heimlichen Vorsitzenden“, den einst Joschka Fischer genoss. Die drei anderen sind fast austauschbar. Ein weiteres Ergebnis jedoch lässt aufhorchen: Zwei Drittel der Befragten wollen, dass sich die Partei auf eine Führungsfigur einigt.

Deren Führung jedoch hatte soeben beschlossen, dass ein Duo sie anführen soll - darunter mindestens eine Frau. Beworben hat sich bisher nur Claudia Roth – Trittin gilt als gesetzt. Doch die Lehre aus der Umfrage ist: Vielleicht sollte sich die Partei doch noch dazu durchringen, Trittin auf den Schild zu heben. Die Grünen wollten nie Personenkult und waren immer stolz, eine Programmpartei zu sein. Wenn sich jedoch einer dennoch als Leitfigur herausschält, sollte sie das auch nicht verdrängen.

Ihm eine Second-best-Frau an die Seite zu stellen, ist überflüssig. Und wenn, dann müsste es Renate Künast sein – nicht Claudia Roth.    

Kommentare (1)

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Servus

29.03.2012, 00:51 Uhr

Das ist ja eine sehr verlässliche Quelle...

Abgesehen davon; machen Sie ihre Entscheidung wirklich von irgendwelchen aus dem Zusammenhang gerissenen Wortfetzen abhängig?

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