Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2012

10:09 Uhr

Kommentar

Feuer unterm Dach

VonOliver Stock

Die Deutsche Bank hat bisher nicht gezeigt, wie sie ihre Probleme lösen will. Stattdessen präsentiert sie eine ernüchternde Bilanz.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online Pablo Castagnola

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online

Bei der Deutschen Bank ist Feuer unterm Dach. Und bislang ist nicht klar, wo zuerst gelöscht werden muss und wer die Aufräumarbeiten leitet. Das ist das Fazit aus den Halbjahreszahlen, die die Bank heute vorgelegt hat.

Brandherd Nummer eins ist das Investment-Banking. Es hat im zweiten Quartal ein Loch in die Bilanz des Geldhauses gerissen. Das Geschäft, mit dem der neue Vorstandschef Anshu Jain viele Jahre Milliarden für Deutschlands größtes Geldhaus heranschaffte, spürt die Euro-Schuldenkrise voll. Konkurrenten haben das gleiche Problem und bereits den Rotstift angesetzt. Jain hat seinen Bereich bisher geschont.

Ein Feuerchen glimmt auch, was die Kapitalausstattung der Bank anbelangt. Der Bankvorstand gibt sich zwar entschlossen, ohne Kapitalerhöhung die Anforderungen der Regulierer zu erfüllen. Selbst wenn ihr das gelingt wird ihre Kernkapitalquote aber alle Voraussicht nach unter derjenigen liegen, die Wettbewerber zu bieten haben. So etwas mögen Investoren nicht.

Richtig heiß ist die Nummer mit den Zinsmanipulationen, in die die Deutsche Bank verwickelt ist. Sie kann nicht nur eine Milliardenstrafe kosten, für die bisher keine sichtbaren Rückstellungen gebildet worden sind. Sie hat möglicherweise auch das Zeug zu mehr: Wenn sich herausstellt, dass Jain dabei nicht auf der Seite der Brandbekämpfer, sondern der Brandverursacher stand, dann ist er als Vorstand nicht länger tragbar. Und dann ist aus dem Feuer unterm Dach ein weithin sichtbarer Brandherd geworden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×