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28.04.2013

18:32 Uhr

Kommentar

Frischblut-Kur für Italiens Gerontokratie

VonKatharina Kort

Italien ist mit der neuen Regierung unter Führung von Enrico Letta noch längst nicht aus der Krise. Aber das Kabinett ist der erste Schritt für den notwendigen Neuanfang - und für italienische Verhältnisse richtig jung.

Der neue Premier Enrico Letta (4.v.l.) mit Staatspräsident Giorgio Neapolitano und sechs Ministerinnen. ap

Der neue Premier Enrico Letta (4.v.l.) mit Staatspräsident Giorgio Neapolitano und sechs Ministerinnen.

MailandWer hätte das gedacht ? Nach mehr als zwei Monaten taktischer Spielchen und Chaos hat Italien nun doch eine akzeptable Regierung vorgesetzt bekommen. Nicht zuletzt dank des Drucks von Beppe Grillo haben der Staatspräsident Giorgio Napolitano und der designierte Premier Enrico Letta viele unverbrauchte Gesichter an die Regierung geholt.

Das Justizministerium ist nicht etwa an einen Berlusconi-Getreuen gegangen, sondern an die ehemalige Präfektin Anna Maria Cancellieri, die schon Stadträte wegen Mafia-Zugehörigkeit auflösen ließ. Das Finanz-und Wirtschaftsministerium übernimmt mit Fabrizio Saccomanni ein Parteiloser.

Enrico Letta vereidigt: In Italien regiert  Berlusconi wieder mit

Enrico Letta vereidigt

In Italien regiert Berlusconi wieder mit

Nach Monaten der Unsicherheit hat Italien eine neue Regierung: Der Linksliberale Letta wurde als Premier vereidigt und regiert mit der Berlusconi-Partei. Während der Vereidigung fielen vor dem Regierungssitz Schüsse.

Die Ex-EU-Kommissarin und Nordafrika-Kennerin Emma Bonino führt das Außenministerium. Sogar eine Ärztin aus dem Kongo hat Einzug in die Regierung erhalten. Eine klare Absage an die ausländerfeindlichen Vertreter der Lega Nord.

Heißt das, dass das italienische Chaos beendet ist und nun alles gut wird ? Nein, das heißt es noch nicht. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Italien braucht einen Neuanfang. Und der fängt auch mit neuen Gesichtern an. Lettas Minister sind im Schnitt 53 Jahre alt und die meisten waren noch nie in einer Regierung.

Enrico Letta: Politisches Wunderkind soll Italien retten

Enrico Letta

Politisches Wunderkind soll Italien retten

Er ist zwar erst 46 Jahre alt und für italienische Verhältnisse ein Nachwuchspolitiker - doch tatsächlich blickt Enrico Letta auf eine lange Karriere zurück. Diese Erfahrung wird er an Italiens Regierungsspitze brauchen.

Letta muss vor allem dringend die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Mario Monti hat zwar den Haushalt saniert. Aber das hat er vor allem mit neuen Steuern erreicht und damit die Konjunktur noch mehr abgewürgt. Jetzt braucht Italien Wachstum. Und das wissen Letta ebenso wie Saccomanni.

Aber das Wie wird schwierig werden angesichts der heterogenen Koalition, die von der Links-Partei PD über Mario Monti bis zu Berlusconis PDL reicht.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.05.2013, 20:14 Uhr

@ "Italien ist mit der neuen Regierung unter Führung von Enrico Letta noch längst nicht aus der Krise"

Aber wir hier, wir sind aus der Krise dank der ach so kompetenten Politik unseres Bundestages. Wie wär's denn mit 'ner Blut unserer politischen Intelligenz nach Italien?

Account gelöscht!

03.05.2013, 20:16 Uhr

@ "Italien ist mit der neuen Regierung unter Führung von Enrico Letta noch längst nicht aus der Krise"

Aber wir hier, wir sind aus der Krise dank der ach so kompetenten Politik unseres Bundestages. Wie wär's denn mit 'ner Blutspende unserer politischen Intelligenz nach Italien?

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