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19.04.2012

14:31 Uhr

Kommentar

Für Mutlosigkeit gibt es keinen Grund

VonDirk Heilmann

Drei Monate war Ruhe, jetzt droht die Euro-Krise wieder aufzuflackern. Doch Europa hat die Instrumente, um die Flammen zu löschen. Es gibt bereits erste Erfolge.

Dirk Heilmann ist Chefökonom des Handelsblatts. Pablo Castagnola

Dirk Heilmann ist Chefökonom des Handelsblatts.

DüsseldorfDie Euro-Schuldenkrise befindet sich in ihrem dritten Jahr, und es wird nicht das letzte sein. Gerade nehmen die Finanzmärkte wieder Anlauf zu einer neuen Krisenrunde. Diesmal steht Spanien im Mittelpunkt. Die Rendite, die die Anleger für zehnjährige Anleihen des viertgrößten Landes der Euro-Zone fordern, ist in dieser Woche zum ersten Mal seit Jahresbeginn über die kritische Marke von sechs Prozent gestiegen.

Auch für Italien steigen die Zinsen, und im Hintergrund dräut die Präsidentenwahl in Frankreich mit einem erwarteten Wahlsieg des linken Kandidaten François Hollande, der den Euro-Fiskalpakt revidieren will. Noch dazu könnten die Wahlen in Griechenland zu einer Abkehr des Landes von der Währungsunion führen.

Es gibt also genügend Anlässe für neuerliche Panikschübe in den kommenden Wochen. Und nicht zufällig spitzt sich die Lage an den Märkten just dann zu, wenn eine Entscheidung über den Umfang neuer Hilfen bevorsteht. In den nächsten Tagen wird in Washington beraten, ob und um wie viel die Kriegskasse des Internationalen Währungsfonds aufgestockt werden soll, damit der IWF helfen kann, eine Ausweitung der Schuldenkrise zu verhindern. 600 Milliarden Dollar wollte IWF-Chefin Christine Lagarde haben; nun sieht es so aus, als ob nicht mehr als 400 Milliarden zusammenkommen – falls die Entscheidung nicht ganz verschoben wird.

Trotz dieser neuen dunklen Wolken am Himmel gibt es für Europa keinen Grund, jetzt den Mut zu verlieren. Gut zwei Jahre nach dem ersten, hastig zusammengeschusterten Rettungspaket für Griechenland haben die Europäer die Instrumente gefunden, um einen Flächenbrand zu verhindern. Sie haben einen dauerhaften Rettungsschirm mit einem Volumen von 800 Milliarden Euro aufgespannt, der den Keim eines künftigen Europäischen Währungsfonds in sich trägt. Sie haben sich auf einen Fiskalpakt geeinigt, der die Staaten in einer bisher nicht gekannten Weise auf Haushaltsdisziplin verpflichtet. Und vor allem haben die Krisenländer weitreichende Strukturreformen verabschiedet, die ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern werden.

Das Ganze hat die Europäische Zentralbank mit zwei Dreijahrestendern über zusammen mehr als eine Billion Euro flankiert. Sie hat damit gezeigt, dass sie eine Marktpanik beenden und den Regierungen Zeit für die nötigen Reformen kaufen kann. Was in diesem Konzert noch fehlt, ist, wie unlängst an dieser Stelle argumentiert, eine starke europäische Finanzaufsicht, die die Banken nach einheitlichen Kriterien überwacht und wenn nötig rekapitalisiert oder abwickelt.

Kommentare (2)

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Daemlack

19.04.2012, 14:56 Uhr

Herr Heilmann hat einfach gar nix verstanden. Wie nennt man so etwas? Journaille?
Wann kommen die Wunderwaffen zum Einsatz? Wie lange werden die Durchhalteparolen hier noch getrommelt.
Es ist nichts passiert. Gar nichts. Die Dinge entpuppen sich als größte Katastrophe seit 1945 und Herr Heilmann schwadroniert. Dafür wird er wohl bezahlt: Bloß die Stimmung ein bißchen heben, bißchen täuschen und tricksen, damit die Leute schön ruhig bei DSDS vor der Flimmerkiste dösen und bestenfalls die gestellten Talkshows im Staatsfunk ansieht.

bjarki

20.04.2012, 01:57 Uhr

Herr Heilmann, sind Sie noch bei Trost ?

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